Slike strani
PDF
ePub

I 11 да ли P. und да йли Sev. (джета ли U.) 727, 19: u).
І 16 не бүди ми (не сращи мене) 728, 15: u) ànávtyőal uoi.
І 18 крепиться (сукрѣписа) 728, 22: vrat.

X

ІІ 10 обрѣто бать (Бао сътворих) 730, 14: &ůgov xúQiv.
II 11 рече и (РЕЧЕ КЪ НЕН) ib. 17: slnev aòri.

II 11 юлико створи (юже сътворила єси) ib. 18: оба пепоlag.
X

IV 2 .ї. мужь и старець градски ( можь. ї старецъ ΓΡΑΑΑ) 732, 18: δέκα ἄνδρας ἀπὸ τῶν πρεσβυτέρων τῆς πόλεως. 1Ѵ 11 входащии Р. въходещи G. (въходащ) 733, 10: тог εἰσπορευομένην.

IV 16 нA Aон (нa aoжн) 734, 4: ɛis tòv xóktov.
IV 15 Бажанша (Блаженѣйши) 734, 2: àðìý.

Diese Parallelen sind von entscheidender Bedeutung. Von den 20 Abweichungen (mehr habe ich nicht gefunden) zwischen der Paleja und der U. resp. Sev.-Abschrift wird in 13 Fällen eine Lesung geboten, die den griechischen Originaltext der Ruth wiederspiegelt und nur in den 7 übrigen Fällen handelt es sich um individuelle, durch den griechischen Text nicht gestützte Lesungen der U. oder Sev. Abschrift. Aus diesem Verhältnis ergibt sich, daß derjenige Ruthtext, den der Verf. der Tolkovaja Paleja benutzte, richtiger war, als die U. T. einerseits und die G. Sev. Abschriften andrerseits. Das ist auch verständlich, denn der Ruthtext in der T. P. ist der ursprüngliche (auf ihn gehen beide Redaktionen zurück); er ist älter als die Texte der beiden Redaktionen, sowohl der russischen aus dem 14. wie auch der südslavischen aus dem 15. Jahrh. Die unwesentlichen Abweichungen beider Ruthredaktionen von ihrem gemeinsamen Original lassen sich auch leicht erklären: das Buch Ruth wurde vor dem 14. Jahrh. wie auch später nur selten abgeschrieben, weil es beim Gottesdienste nicht gebraucht wurde. Daher sind die in der Paleja vorkommenden Lesungen russischer Redaktion aus dem Buche Ruth charakteristisch, d. h. sie beweisen, daß, falls die Varianten südslavischer Redaktion in die Tolkovaja Paleja aus der Vorlage der beiden Redaktionen übernommen wurden, doch die russische Redaktion eines der Exemplare dieser Vorlage, die in Rußland abgeschrieben wurde, resp. eine Kopie

davon und zwar eine recht alte, die direkte literarische Quelle für den Verfasser der Tolkovaja Paleja war.

[ocr errors]

Somit führt eine Analyse des Ruthtextes in der Tolkovaja Paleja zu dem gleichen Ergebnis wie die der Genesis und des Exodus, d. h. die Kolomnaer und die ihr entsprechenden Abschriften (A. K. u. a. in der Ausgabe der Schüler Tichonravov's) bilden die ursprüngliche Redaktion der Tolkovaja Paleja; diese kann nur in Rußland und wohl kaum vor dem 13. Jahrh. entstanden sein. Vielleicht war ihr Verfasser jener Varsono fij, dessen Name am Ende der Kolomnaer Hs. als „Verfasser" und nicht als „Abschreiber" der Tolkovaja Paleja erwähnt wird: спен и поми и раба своего варсонофага. создавшаго книгъ сна CICH (Bl. 208). Diese Annahme ist deswegen berechtigt, weil die Kolomnaer Hs. auch auf einen Abschreiber hinweist, wie aus dem Anfang des Zusatzes hervorgeht: ги помози рабу своему кузмѣ написавшему книги сим рукою грѣшною ам 1). Moskau

[ocr errors]
[ocr errors]

Entgleiste Iterativbildungen

A. MICHAJLOV

Die Analogie spielt wie bekannt in der Grammatik der slavischen Sprachen eine große Rolle. Der Dual nach dva und oba z. B. hat im Serbokroat. verursacht, daß das Substantiv auch nach tri und četiri im Nom. und Akk. in der Dualform steht:

1) Der Zusatz der Kolomnaer Abschrift auf dem letzten Blatt (208) macht auf mich einen seltsamen Eindruck. Unwillkürlich taucht die Frage auf: Von wem rührt sein Wortlaut? Abgeschrieben ist er natürlich von Kuz'ma, aber ihm als Verfasser gehört zweifellos nur der Beginn der Zuschrift bis zum Worte AMHH an, die Fortsetzung aber (Бъ лѣто 6914 индикта 13 мѣсица маш въ 7 usw. bis zum Schluß) scheint nicht von Kuz'ma, sondern von Varsonofij „coздABшaгo кннги cнa“ d. h. dem vermutlichen Verf. der Tolkovaja Paleja herzurühren. Hat etwa Kuz'ma den Zusatz des Verf. nur abgeschrieben, gleich den Abschreibern der Prophetenbücher, die den Zusatz des Upyr' Lichoj 1047 von Abschrift zu Abschrift kopiert haben? Ich werfe hier vorläufig nur diese Frage auf, ohne Schlüsse daraus zu ziehen, obgleich sie meine Ansicht über die russische Entstehung der Paleja gut stützen würden.

tri gospodina, četiri sina. In čechischen Dialekten hört man vielfach můžu, teču für mohu, teku, und můžou, tečou für mohou, tekou (3. pl.), weil in der Mehrzahl der Formen (2. und 3. sg., 1. und 2. pl.) der Palatal eintritt. Im Slovenischen hat man nach dem Präsens najdem, -eš, -e das Partizip najdel (statt našel) hervorgebracht; aus einer Kreuzung beider ist najšel entstanden. In mehreren slav. Sprachen ist das -ovo des gen. pl. der u-Stämme (synova „filiorum") in die o-Deklination eingedrungen und hat das ursprüngliche - fast restlos verdrängt, usw.

Eine beträchtliche Umgestaltung hat die Analogie auch in der Bildung der Iterativverben hervorgerufen. Die hauptsächliche Ursache dieser Erscheinung liegt darin, daß das wahre Thema, bzw. die wahre Wurzel im Sprachbewußtsein durch ein scheinbares Thema, resp. eine scheinbare Wurzel ersetzt worden ist, weil man nicht mehr fühlte, daß z. B. vor n (in der II. Verbalklasse) gewisse Konsonanten ausgefallen waren: gō(b)nọ, to(p)no̟, pre(d)ng, ka(p)ng etc.

Es soll ausdrücklich erwähnt werden, daß das Alter der hier behandelten unorganischen oder (wie sie BERNEKER nennt) entgleisten Imperfektivbildungen ein sehr verschiedenes ist. Die einen finden sich schon im Altslovenischen, während andere erst in neuester Zeit entstanden sind. Letztere wiederum sind nicht immer Volksprodukte, sondern stammen vielfach aus dem Gehirn von belletristischen Schriftstellern, noch häufiger wohl von Journalisten. Damit soll nicht gesagt sein, daß Publizisten ein besonders entartetes Sprachgefühl haben, wohl aber, daß sie in der Hast der Berufsarbeit bisweilen Monstra an Imperfektiven fabrizieren.

I. Wurzeln, die auf einen Vokal endigen: 1. su-: pf. asl. sungti;

-souvati;

[ocr errors]

impf. organisch: sloven. suvati, č. unorganisch: slov. (im Prekmurje) -sunjávati (nach dem Vorbilde napuniti IV: napunjavati; die Verba der II. Klasse haben im Prekm. im Imperativ und im part. pass. dieselben Endungen wie die der IV.), čech. po -sunovati (kann auch denom. von posun sein).

[ocr errors]

2. mi-: pf. asl. mino̟ti, nsl. miniti//nem II. und miniti//ním IV. impf. organ. č. míjeti, poln. mijać; unorg.: slov. minévati

(minim: bobním = minévam: zabobnévam), bulg. za-minuva, č. promiňovati, russ. мuноeamь, asl. -minovati (als wäre die Wurzel min-).

3. vi- pf. čech. -vinouti; — impf. org.: č.-vijeti, slov. -vijati, unorg. č. roz-vinovati (denom. zum Subst. rozvin ?).

4. zi-: pf. asl. zingti; - impf. organ.: asl. pro-zěvati etc.; unorg.: serb.-ksl. raz-zinovati (Vita Barlaam et Iosaph.); skr. -zjavati (als wäre die Wurzel zja-).

5. ši- pf. slov. šiniti, č. šinouti; —
:

impf. org. slov. (in Unterkrain und Innerkrain) -šivati, altč. -šívati (se);

unorg.: slov. pre-šinjati (nach naznaniti: naznanjati), č. vy-šinovati (anscheinend denom. zu vyšin).

6. sta: pf. slov. na-stati//nem; - impf. organ.: slov. na-stajati ,entstehen unorg. slov. (im Prekmurje) nastanjevati (als wäre

6

[ocr errors]

das pf. Verbum nastanim, -niti).

[ocr errors]

7. ply-: pf. č. -plynouti; impf. org. č. -plývati se etc. unorg. roz-plynovati se (sieht wie ein Denom. zu *rozplyn aus). 8. by-: pf. asl. zabyti//bo̟dò̟, slov. po-za – biti//bim, älter -bom, impf. org. slov. pozabivati; - unorg.: slov. pozablj(ev)ati (wie naznanj(ev)ati: naznaniti); im Prekmurje lautet zu v-do-biti,bekommen' (Präs. (v)dobim, älter (v)dobodem) das Imperfektivum vdabljati, als wäre das Präfix do- ein Bestandteil des Themas); im Küstenlande lautet es vdobávati (Muster: kupávati: kupiti?) oder als wäre das pf. vdobáti.

-

[ocr errors]

9. Verbalstamm bavi- zur Wurzel by-: pf. skr. und slov. zabaviti; impf. org. skr. und slov. zabavljati; unorg. slov. zabavati (als wäre das Imperfektivum zabáti; oder denom. zum Subst. zabava).

[ocr errors]

impf.

10. dɩmě: pf.: skr.-ksl. o-dɩměti se,respondere'; org., slov. o-dmévati, wiederhallen'; -- unorg. slov. (in Weißkrain) o-damljevati (wie von einem pf. odamiti, -mim).

impf.

11. ri-: pf. sl. v-riniti//nem (II. Kl.), einschieben‘; org.: slov. v-rivati; - unorg.: slov. v-rinjati (wie wenn das Perfektivum vrínim, IV. Klasse, wäre).

12. si-,scheinen, glänzen‘:

pf. skr. za-sijati se; impf. org.: skr. za-sévati, za-sijèvati; - unorg.: skr. -sjávati (als wäre die Wurzel sija-) und sogar -sjaivati.

II. Wurzel (bzw. Thema) auf -t:

impf. org.: ksl.

1. gʊrt-: pf. skr.-grnuti, slov.-grníti, čech. -hrnouti, p.-garnąć, osorb. -hornyć, usorb. -gjarnus, klr. -hornúty; -grotati, skr. -grtati, -gartywać, klr. -hortáty; grinovati (als wäre die Wurzel gran-), slov. -grinjati (Muster opominjati: opomniti), č. -hrnovati, p. -garniać, wr. -harnyvać.

unorg.: ksl. pri

2. svыt-: pf. skr. svanuti, asl. svingti; impf. org. skr. svitati etc. unorg.: skr. svanjívati (wie -hranjívati: hraniti, als wäre das pf. Vb. svaniti//nim).

3. vort-: pf. slov. vrníti//nem;

-čevati ;

impf. org. slov. vračati,

unorg.: povrnjávati (im Prekmurje), povrnováti (bei

TRUBER), wie wenn die Wurzel vern- wäre.

4. bukat-: pf. skr. búknuti; - impf. org. skr. bùktjeti; unorg. buknjati (als wäre die Wurzel bukan-).

unorg.:

5. rast pf. slov. do-rasti; — impf. org.: do-rastati; slov. do-raščati, als wäre das pf. Vb. dorastiti. Letzteres Vb. existiert allerdings, ist aber faktitiv und bedeutet,,befruchten, wachsen machen".

6. hvat-: pf. bulg. za-hvaní, za-fanʊ; impf. org. bulg. zahvaštam; - unorg.: bulg. za-fánuvam (als ob die Wurzel hvan- wäre). 7. met- pf. slov. za-metáti//čem; - impf. org.: slov. za-metovati; unorg. za-mečevati (bei TRUBER) nach Analogie des Präsens

za-mečem.

III. Wurzel auf -d:

1. gad-: pf. altr. зa-зaнуmь, klr. na-hanúty, slov. uganiti//nem; impf. org.: ksl. gadati, r. zadamı, klr. hadáty, slov. (Oststeiermark) u-gadati; unorg. slov. ugibati (Zentraldialekte und Schriftsprache; Muster gibati,movere': geníti von der Wurzel gob-); uganj(ev)ati im Küstenland (als wäre die Wurzel gōnund das pf. Vb. uganíti//nim).

2. ved-, welken': pf. slov. u-veniti II, [in Krain auch o-venéti III]; impf. org. asl. u-vedati, r. yeaðámь; — unorg.: slov. u-venevati, als wäre die Wurzel ven-; Muster sedevati: sedeti.

3. ględ-: pf. č. -hlednouti; — impf. org. č. -hleděti, -dím etc.; · unorg. -hlížeti//žím (woher das ž?).

4. bad-: pr. ksl. vo-ba(d)noti; impf.org.: ksl. võz-bydati; unorg. ksl. voz-bonovati, als wäre die Wurzel bʊn-.

[ocr errors]
« PrejšnjaNaprej »