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INHALT

I. AUFSÄTZE

ČYŽEVSKYJ, D. Tjutčev und die deutsche Romantik

BRÜCKNER, A. Michajlo Potyk und der wahre Sinn der Bylinen II.
THOMSON, A. Beiträge zur Geschichte des Diphthongs & in den slavi-

schen Sprachen

APPEL, W. Das Kehlkopfrasseln in Vokalen.

VASMER, M. Studien über die germanisch-slavischen Beziehungen.

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1. Gibt es slav. Lehnwörter im Gotischen SCHWARZ, Ernst. Zur Chronologie der slavischen Liquidenumstellung in den deutsch-slavischen Berührungsgebieten

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Seite

299

.

323

342

356

359

361

369

BUBRICH, D. Nochmals über die Akzentlehre von A. BELIĆ
TRUBETZKOJ, Fürst N. Russ. ceмь,sieben" als gemeinostslavisches Merkmal 375
VASMER, M. Etymologisches. 13. aksl. chodogo,kunstfertig. . . . 376
DEČEV, D. Ein Beitrag zu den slavisch-thrakischen Sprachbeziehungen 377
KNUTSSON, KN. Zur slavischen Lehnwörterkunde

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MENHARDT, H. Altčechische Bibelglossen aus der Maria-Saaler Hand-
schrift 7.

ČERNOBAJEV, V. Studien zu KRASIŃSKI's Irydion. II. Die Chöre.
M. V. Vermeintliche Gräzismen

VASMER, M. Zu den germanischen Personennamen im Altrussischen.
1. Gleba

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SOBOLEVSKIJ, A. Zum Flußnamen Avgas

412

VASMER, M. Etymologisches: 14. russ. dial. xaбapòa Fischotter"

412

II. BESPRECHUNGEN

ZELENIN, D. Die russische (ostslavische) volkskundliche Forschung seit 1914. Teil IV . .

413

HOLTZMANN, R. Die Quellen zur slav. Namenforschung in der Provinz
Sachsen und dem Freistaat Anhalt. .

435

BALUCHATYJ, S. Die Čechov-Forschung seit 1918 .

443

HRUŠEVSKYJ, M. Istorija ukraïnśkoï literatury. Bd. I-V, 1. Kiew-
Lemberg 1923-1926 besprochen von A. Brückner

462

VOZNJAK, M. Istorija ukraïnśkoï literatury. Bd. 1-3. 1920-1924 besprochen von A. BRÜCKNER.

Lemberg

462

Fortsetzung des Inhalts auf Seite 3 des Umschlags

Tjutčev und die deutsche Romantik1)

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1.

Zweifellos gehört Tjutčev zu den bedeutendsten russischen Dichtern. Trotzdem sind alle literarhistorischen Arbeiten über ihn kaum etwas anderes als nur Versuche, Anregungen, Abrisse. Manche Artikel (so von R. BRANDT2)) sind sogar nur als unvollendete Materialien" veröffentlicht. Es fehlt freilich nicht an Versuchen, die ganze Tiefe des Tjutčev'schen Gedankens philosophisch zum Bewußtsein zu bringen und zu ermessen3). Aber auch diese Versuche, die Tjutčev eine bedeutende Stelle in der Geschichte des russischen philosophischen Bewußtseins einräumen, haben die literarhistorische Forschung nicht anregen können.

Freilich stehen jedem Tjutčevforscher einige Schwierigkeiten im Wege. Einen großen und gerade den für seine geistige Entwicklung bedeutsamsten Teil seines Lebens hat Tjutčev im Auslande verbracht. Als Neunzehnjähriger fährt er im Dienste der russischen diplomatischen Vertretung i. J. 1822 nach München und verweilt im Auslande (hauptsächlich in München) mit kleinen Unterbrechungen 22 Jahre seines Lebens, die fruchtbarsten Jahre seines Schaffens (soweit man über die Fruchtbarkeit eines Dichters reden kann, dessen gesamte Dichtung und er ist als 70 jähriger aus dem Leben geschieden - nur weniger als 300 kleine Ge

1) Eine vorzügliche philosophische Analyse des philosophischen Gehaltes der Tjutčev'schen Dichtung gibt S. FRANK in dieser Zeitschr. III (1926) S. 20 ff. Um Wiederholungen zu erübrigen, setze ich die Bekanntschaft mit diesem scharfsinnigen Aufsatz voraus.

2) Извѣстія отд. р. яз. Bd. XVI, Heft 2 und 3.

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3) So V. SoLoVJEV (,Вѣстник Европы" 1895 und „Сочиненія"), A. VOLYNSKIJ („,книга великаго гн‡ва“ 1904), A. HORNFELD 1903, V. BRJUSOV (1911, einleitender Artikel zu Tjutčev's Werken“), D. S. DARSKIJ (Чудесные вымыслы. О космическом сознании в лирике Тютчева. Russsisch Moskau 1914. Dies Buch blieb mir leider unzugänglich), S. FRANK (Космическое чувство в поэзіи Тютчева im Sammelbande живое знанiе. Berlin 1923, früher,,Русская мысль"). Zeitschrift f. slav. Philologie. Bd. IV.

20

AT

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dichte umfaßt). Seine geistigen Beziehungen in jenen Wanderjahren haben natürlicherweise nur wenige Spuren in der russischen Memoirenliteratur und im Briefwechsel seiner Zeitgenossen hinterlassen. In den deutschen Veröffentlichungen finden wir kaum etwas, was für die Beurteilung dieser Lebensperiode Tjutčev's von Bedeutung wäre. So bleibt für uns dessen geistige Entwicklung geheimnisvoll. Seine Dichtung steht als ein selbständiges, von allem äußerlichen Einfluß unabhängiges Gebilde vor uns, und nur von ihr selbst ausgehend können wir zu manchem Schluß über die geistigen Interessen Tjutčev's in der Münchener Periode seines Lebens, über seine Beziehungen zur deutschen Literatur und zu deutschen geistigen Strömungen in jener Zeit gelangen. Einiges gerade über seine Beziehungen zu deutschen Denkern und Dichtern der Zeitwissen wir, und dieses unser Wissen beruht hauptsächlich auf einigen Behauptungen seines ersten Biographen - I. AKSAKOV1). Es wird auch manches „vermutet", die Vermutungen werden aber meistens nicht auf handgreiflichen Tatsachen aufgebaut. Doch werden diese Behauptungen und Vermutungen in jeder weiteren Arbeit über Tjutčev wiederholt, es sei denn, daß der verzweifelte Forscher, dem keine feststehenden Tatsachen vorliegen, einfach zur Ehrenrettung der Literaturwissenschaft die an sich so unwahrscheinliche Theorie zu Hilfe nimmt, Tjutčev habe in München überhaupt keinen geistigen Verkehr gepflegt, nichts von der deutschen Literatur gelesen, mit keinem Menschen über seine Gedanken gesprochen 2). Kurz zusammengefaßt wissen wir über Tjutčev's Beziehungen zu dem geistigen Deutschland seiner Zeit Folgendes: Schon in Rußland verkehrte Tjutčev mit einer Gruppe für die deutsche Philosophie und romantische Dichtung sehr interessierter junger Leute, die später (schon ohne Tjutčev) mit dem jungen Fürsten V. Odojevskij an der Spitze eine „Philosophische Gesellschaft" („Общ. Любомудрія") gegründet haben3). In München verkehrte

1) I. S. AKSAKOV: Ф. И. Тютчев. Біографическій очерк. 187 2) Neuerdings T. RAJNOV: Духовный путь Тютчева (russiscu, 1923, S. 23. V. BRJUSOV HOBый путь 1903 hat gezeigt, daß Tjutčev's Beziehungen zu Rußland lebendiger waren, als man früher dachte.

3) V. BRJUSOV (in,,Pусскiй Арxив" 1903, III, S. 484, üb

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