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Untersuchungen 1) nicht kannte): gewiß bedauere ich es auf das lebhafteste, daß mir der Genuß, das Geistvollste, was auf dem Gebiete der ksl. Rechtsquellengeschichte bisher geschrieben worden ist, durchzuarbeiten, nicht früher zuteil geworden ist, gewiß hätte ich in meiner Einleitung auf Grund von ZLATARSKI's Ausführungen Einzelnes schärfer und besser formulieren, vor allem aber für die Zurückführung der EvvaywyńÜbersetzung auf Methodius einen weiteren hervorragenden Gewährsmann nennen können, wäre mir ZLATARSKI's Schrift rechtzeitig bekannt geworden 3): an dem Gange und an den Ergebnissen meiner Untersuchung würde sich nichts geändert haben, mein Urteil über die sprachgeschichtliche Stellung der beiden Übersetzungen in ihrer überlieferten Gestalt wäre nicht anders ausgefallen, auch wenn ich, ZLATARSKI's Gedankengang folgend, bemerkt bätte, daß die „Nomokanonübersetzung des Methɔdius“ vielleicht nicht von vornherein die älteste slavische Übersetzung eines griechischen Kirchenrechtsbuches gewesen ist.

Weil ich ZLATARSKI und den mir leider auch heute nocb unzugänglichen SMIRNOV 4) nicht kannte, kommt BENEŠEVIČ zu dem Urteil, daß es mir nicht völlig gelungen sei, den früher gewonnenen Ergebnissen anderer Forscher in vollem Umfange Rechnung zu tragen 5), gleich darauf fügt er freilich hinzu, daß ein Gutteil der Schuld an diesem Mangel der Umstand trägt, daß er seine eigenen Forschungen über die ksl. Evvaywyn-Übersetzung noch nicht hat veröffentlichen können S). Möge es mir gestattet sein, der Hoffnung Ausdruck zu geben, daß es uns recht bald vergönnt sein wird, ein Werk des verehrten Meisters über diesen Gegenstand entgegenzunehmen: sollte nach ihm der eine oder andere Forscher mit um so regerem Interesse greifen, weil ihn mein Schriftchen überzeugt hat, daß es sich da tatsächlich um die Nomokanonübersetzung des Methodius handelt, dann hätte dieses seinen Zweck vollauf erfüllt. An dieser Stelie aber könnten wir einen Beitrag zur Frage nach der ältesten slavischen Nomokanonübersetzung verzeichnen, der an Bedeutung alle auf diesen Seiten besprochenen weit überragen würde.

1) Vgl. oben S. 205 Anm. 5.

2) a. a. O., H. v. SCHUBERT ist ZLATARSKIs Abhandlung, entgegen der Annahme von BENEŠEVIČ, keinesfalls bekannt gewesen.

3) Schärfer formuliert bätte ich insbesondere auf S. 4 meiner Schrift die Bemerkung über den Zeitpunkt, zu dem das Eúvrayua in 14 Titeln in amtlichen Gebrauch genommen wurde: wie ZLATARSKI a. a. 0. S. 93 zeigt, ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß zum mindesten seit 692, beide kirchenrechtlichen Sammlungen nebeneinander in Geltung waren; es ist demnach richtiger zu sagen: alleinige amtliche Geltung erlangte die 14-TitelSammlung erst 920.

4) S. 1. SMIRNOV Materialy dlja istorii drevne-russkoj pokajandoj discipliny, Moskva 1912. 5) a. a. 0. S. 137 f. 6) a. a. 0. S. 138. Graz

HEINRICH FELIX SCHMID

TADEUSZ LEHR: Ze studjów nad akcentem słowiańskim. II. Akcent

pomorski. Prace Komisji Jezykowej Ak. Um. w Krakowie

nr. 1 (Krakau 1917) S. 41–63. TADEUSZ LEHR-SPŁAWINSKI: 0 praslowiańskiej metatonji. Prace

Komisji Jezykowej Ak. Um. w Krakowie nr. 3 (Krakau 1918).

Der Verfasser hat sich schon einmal (MPKJ VI 359—410) bemüht, dem Rätsel des Ursprungs der pomoran. Betonung auf die Spur zu kommen, daß es ihm nicht gelungen ist, habe ich RS VII 51—62 gezeigt. Auch diesmal kann ich seinen Aufstellungen nicht beistimmen, womit ich nicht behaupten will, daß er nicht auf dem richtigen Wege sein kann, denn einiges von dem, was er vorbringt, sieht recht plausibel aus, seine Ausführungen überzeugen aber nicht, denn einmal hat er sich nicht klar gemacht, welche Punkte der pomoran. Betonung es sind, die einer Aufklärung bedürfen und die deshalb allein als wirklich beweisend ins Gewicht fallen, und dann berücksichtigt er eigentlich nur die slovinz. Betonung und zieht die der übrigen Dialekte bloß dann heran, wenn die des Slovinz. nicht zu seiner Theorie past (Gen. Plur. céląt, Ze studjów S. 57).

Die Gesetze, zu denen LEHR kommt, sind: 1. Die ursprüngliche Akzentstelle bleibt nur gewahrt, wenn der Akzent der Neuakut oder Neuzirkumflex war; sonst rückt der Akzent um eine Silbe gegen den Wortanfang zurück. 2. Die urslav. langen Vokale bleiben als Längen, wenn sie den Neuakut trugen, und zwar sowohl betont wie in der Silbe vor dem Akzent; sonst wurden sie gekürzt.

Zunächst verlangt eine Aufklärung die Endbetouung des Pomor., d. h. die Beweglichkeit des Akzents bei den 0-, je-, a-, i. und u-Stämmen mit einsilbigem Stamm, und zwar in doppelter Hinsicht: a) Wie kommt es, daß in gewissen Kasus der Akzent auf das Kasussuffix tritt, in andern aber nicht? b) Wie kommt es, daß dieser Akzentwechsel nur bei gewissen Stämmen vorkommt, bei andern aber nicht?

Die Kasus, in denen die Endbetonung eintriit, sind der Lok. Sg. auf -u : :ozü, der Instr. Sg. auf -o: rąkó, der Gen. Plur. auf ·ów ë: wozów, lëzi, der Dat. Plur. auf .om : wozóm, der Instr. Plur, auf -mï -amï : dąbï, : , whozumï, der Lok. Plu, auf -ax èr er: dabáz dab'éc dab'éx, und der Gen. Lok. Du, auf -v: rakku', also mit Ausnahme des Lok. Plur. auf "ax -ex alles Endungen mit Langstufenvokal und zwar alle Endungen, die überhaupt einen Langstufen vokal enthalten, mit Ausnahme des Dat.-Lok. und Nom.-Dual auf -ë, die den Stamm betonten: zéńë, sóli; yovci, gøsë. Von den Endungen sind klar das - des Instr. Sing.: es ist durch Kontraktion aus -ojo entstanden, das ów .om des Gen. und Dat. Plur.: sie sind aus •ovo amy durch den Schwund des ·ò und die dann allgemein vor stimmhaftem Konsonanten erfolgte Dehnung des Vokals hervorgegangen, ebenso wird -ï im Gen. Plur. entstanden sein (ich leite jetzt lëzë aus *Tudojo über

die Zwischenstufen *l'udijo *ludij her) auch das i des Gen. Du. kann als Kontraktionsprodukt aus -oju aufgefaßt werden - ob es das muß, ist eine andere Frage, auf jeden Fall ist die Länge auf diese Weise erklärbar. Im Lok. Plur. stehen sich -ix und -ax -ex gegenüber. Die Ursprünglichkeit von ex ist nicht sehr gut bezeugt: es ist nur westslovinz. und außerhalb des Slovinz. kommt ebenso wie im Ostslovinz. nur er vor. Es kann also eine Neuerung sein, die Kurzstufe kann von -ax herstammen, und umgekehrt kann dies seinen Akzent dem èc verdanken. Es bleibt demnach aufzuklären: 1. Woher stammen die Langstufenvokale im Lok. Sing. auf -u, im Dat.-Lok. Sing. und Nom.Akk. Du. auf ï, im Instr. Plur. auf -i mi amë und im Lok. Plur. auf -ex? 2. Warum haben der Dat.-Lok. Sing. und der Nom.-Akk. Du. auf ·ä keine Endbetonung?

Auf die erste Frage gibt LEHR die Antwort: Sie hatten den Neuakut. Das stimmt für den Lok. Plur. auf -ex (Ze studjów S. 58), ich will es auch zugeben für den Instr. Plur. auf ·ï -mä -ami, obgleich hier schon gewisse Schwierigkeiten sind (Ze studjów S. 58 f.), betreff's des Lok. Sing, auf -ù und des Dat.-Lok. Sing. auf -ï aber versagt LEHR. Der Lok. auf u soll seinen Neuakut vom Dat. Sing. auf .u bezogen haben (Ze studjów S. 60 f.): dieser hat aber kurzes -u: nordostkasch. psè, páno, auch liegt nirgends ein Anhaltspunkt für die Annahme vor, daß er seinen Zirkumflex in den Neuakut umgewandelt habe. Wenn LEHR nun nicht annehmen will, daß der Zirkumflex vom Dativ als solcher auf den Lok. übertragen und bei der Übertragung oder nachher zum Neuakut geworden sei (ich kann inir allerdings nicht vorstellen, wie etwas derartiges geschehen könnte), so bleibt es nur übrig festzustellen, daß der Lok. Sing. auf ·ů Akzent und Länge festgehalten hat, obgleich er den ursprünglichen Akut trug. Beiläufig eine Frage: Woher hat Lehr die Kenntnis, daß im Pomor, der Lok. auf -ů sich mit dem Dat. uuf -u mischt? Ich habe von dieser Mischung weder in forineller noch in syntaktischer Beziehung jemals etwas bemerkt.

Über den Dat.-Lok. auf ·geht LEHR recht oberflächlich hinweg (Ze studjów S. 61 f.), die Verhältnisse liegen hier auch recht verwickelt. Zunächst ist festzustellen, daß nur die nördlichen Dialekte den Dat.Lok. auf ·ï haben, die südlichen haben die Endung - i -, und zwar sowohl bei den ja- wie bei den i-Stämmen: zenni, séžni, uovca, drobi, gąsa. Die Endung -ï trägt als lebendige Lokativform niemals den Akzent, es ist aber sehr wahrscheinlich, daß sie einst den Akzent trug, da das Adverb louï die Endhetonung festgehalten hat und die mehrsilbigen Stämme die Sille vor dem Suffix betonen: klenicë, čelázë (aber Dat. klónicë, čélazë). Weiter haben aber die nördlichen Dialekte auch die Endung -3 im Lok. (nicht im Dat., der allerdings auch mit Prüpositionen

nicht vorkommt) bei den i-Stämmen ves und noc: vở vsa, V_nóca (aber: v_tử vsĩ. v_të nócë) und, jedoch nur im Slovinz., bei den mehrsilbigen Stämmen auf -08r::vorosc) (das -ü von slz. zablonä ist wohl als e zu fassen und entsprechend dem Lok. kimenä, als das -e

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der konsonantischen Stämme zu deuten. Auch ein isolierter Lok. eines ja-Stammes hat überall die Endung -7 und - mit Endbetonung, die allerdings nur vor enklitischen Wörtern erscheint: mizó təmë domami; sonst ist inizə proklitisch: miza námi. Einen Versuch, die ursprünglichen Verhältnisse des Pomor. wiederherzustellen und die jetzigen daraus herzuleiten, habe ich RS VII 53 f. gemacht, ich muß allerdings dazu bemerken, daß es mir selbst nicht wahrscheinlich ist, daß er das Richtige trifft, ich weiß aber auch heute noch nichts besseres. Aber diese Sache ist sehr instruktiv für die Arbeitsweise LEAR'S: obgleich seine Darstellung der Verhältnisse im Lok. Ze studjów 61 von meiner RS VII 53 abhängig ist (er führt sogar genau dieselben Beispiele an!), sagt er kein Wort von dem Lokativausgang -a und ebenso finde ich bei seiner Behandlung des Instr. Plur. Ze studjów 58f. nichts über die Endung -mə, obgleich sie von mir RS VII 52 mit dem Hinweise, daß sie von den Pronominen ausgegangen sein dürfte, genannt ist. Wenn man so eklektisch verfahren will, dann kann man jede These beweisen!

Gar nicht erwähnt ist bei LEHR der Nom.-Akk. Du auf -i bei den ja- und z-Stämmen, der in den pommerschen Dialekten noch voll lebendig ist. Dieser Kasus hat keine Endbetonung: uovci, gásë, ja er gehört zu denen, die bei dem Betonungstypus robóta: Akk. robota den Akzent zurückziehen: nezéla: Akk. nézelą Du. Nom. hezelë. LEHR handelt über diese Form gar nicht, Ze studjów S. 30 f. bespricht er den Nom.-Du. auf -č, das pomor. rące, noze wird aber nicht genannt, S. 31 den Nom.-Akk. Du. auf -i, wo ebenfalls das Ponor. nicht genannt wird: hier wäre allerdings der Gegensatz von oča yuša und nocë gąsë zu lösen gewesen, gekannt haben muß LEHR die Formen auf -z, dann Slz. Gramm. S. 252, 257 f. habe ich sie in den Paradigmen angeführt. Also wie sollen diese erklärt werden?

Die zweite Frage, warum sich der Akzentwechsel auf bestimmte Stämme beschränkt, wird von LEHR gar nicht berührt. MPKJ VI 367 88. hat er allerdings Zusammenstellungen der pomoran. Wörter mit den russischen gegeben, jetzt, wo er die ganze Frage auf eine andere Grundlage gestellt hat, hätte er die pomoran. Wörter auf die Akzentqualität der Stammsilbe hin untersuchen müssen. Dabei wäre auch die Frage zu beantworten gewesen, ob das Slovinz, das den Akzentwechsel bei o- und je-Stämmen nur hei solchen mit kurzstufigem Stamm vokal besitzt, den älteren Zustand bewahrt hat, oder der Heisternester Dialekt, der auch Formen wie përuii', sinėx?", křižii , plošči', kličów, korm"ów (BRONISCH JA XVIII 347 ff.) besitzt. Auf solche Fragen findet man bei Leur keine Antwort. Allerdings müßte bei derartigen Untersuchungen sehr vorsichtig verfahren und die tatsächlichen Verhältnisse müßten auf das Peinlichste berücksichtigt werden: Formen, wie carón yřexöum (Ze studjów S. 57), für die mir durch die Quellenangabe Slovinz. Gram. 174• bzw. ,174-186" die Verantwortung zugeschoben wird, obwohl beide dort nicht angeführt sind und auch in meinem

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Slz. Wb. bei beiden von einer Beweglichkeit des Akzents nichts angegeben ist, dürften nicht vorkommen. Derartige Ungenauigkeiten kommen noch öfters vor: ein cägö’unka (S. 45) gibt es nicht, es heißt cágonka (mit dieser Betonung in meinem Wb.), die Imper. pøbi (soll wohl pøbjî sein) zasë’ (S. 52) ebenfalls nicht, Slz. Gram. 217 sind zwar diese Verba nicht genannt, aber vg'dbjä vødbjicä.

Ich kann hier nicht alle Punkte von LEAR'S Abhandlung im einzelnen besprechen, da meine Besprechung dann umfangreicher werden würde, als LEAR's Abhandlung. Ich will darum nur einzelnes herausgreifen.

Ze studjów S. 56 f. behandelt LEHR die Endbetonung (ich ziehe es vor, zu sagen: die Betonung der letzten Stammsilbe) im Gen. Plur. der Substantiva deren Stamm mehr als zwei Silben enthält: įezör, kuolyn, mkotále, l'obil, rorósc, räṁón usw. An dieser Betonung ist nichts merkwürdiges: wenn keine andere Erklärung gefunden werden sollte, so können wir uns damit beruhigen, daß der Akzent sich dem der übrigen Pluralkasus (Gen. auf ·ów ë, Dat. Instr. Lok.) angeschlossen habe. Das einzig Auffällige ist, worauf ich schon RS VII 61 aufmerksam machte, das céląt der pommerschen Dialekte und hier versagt LEHR wieder vollständig. Nach ihm soll céląt aus dem Akzenttypus čak. prase präset sloven. jágne jāgneta jāgnet stammen. Warum heißt es aber dann nicht auch *célạta ? Daß in dem isolierten uotročót etwas altes steckt, glaube ich auch, ich verbinde dies aber mit dem südpom celot. Wahrscheinlich gab es ursprünglich im Plur. zwei Flexionen. celata célot celátom und celáta celót celátom (natürlich bei verschiedenen: Wörtern), die südpomor. Dialekte verallgemeinerten die letztere, die nördlichen die erstere, die westpreuß. Dialekte glichen aber den Akzent von céląt dem der übrigen Kasus und der sonstigen Formen des Gen. Plur. an: celát, die pommerschen Dialekte erhielten das alte Verhältnis (und dehnten es auch auf die Deminutiva aus: slz. célotko, Plur. celátka célatl celátkom), außerdem erhielt sich slz, uotročot. Daß die et-Stämme und die 'en-Stämme sonst immer parallel gehen, beweist gar nichts : hier tun sie es eben nicht und das will erklärt sein. Übrigens: Wie erklärt LEhr die Quantitätsverhältnisse bei celat : celot? Ich finde darüber bei ihm kein Wort. Sonst sind diese Verhältnisse im Gen. Plur. vollständig klar: Stämme, die auf einen stimmhaften Konsonanten ausgehen, haben die durch Dehnung entstandene Langstufe, die übrigen Kurzstufe, die wenigen Ausnahmen (slz. dial. uokrot, sabor. lot u. a.) werden Neubildungen sein.

Bei der Behandlung der Präsensformen Ze studjów S. 49 ff. (bei denen LEHR's Theorie im allgemeinen zuzutreffen scheint) zeigt sich wieder das eklektische Verfahren LEHR's. RS. VII 66 f. habe ich darauf hingewiesen, daß die Verba mit durchgehendem a in der 1. Sg. Prs. ebenso wie in der 2. Sg.–2. Plur. die vorletzte Stammsilbe betonen: yotřímają (uotřï mom) uotřë mos usw., hier wird wieder das slz. pkóglod. (aus pkóglodaia) für p"oglódają als das Normale angeführt. Die Åb

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