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triju, lett. triju, griech. rotov u. ä., griech. dial. oques (vgl. KUL BAKIN Древне-церковно-словянскій языкъ8 S. 185; IL'JINSKIJ Праславянская грамматика 1916 S. 154-155). Ob in dieser Verbalklasse i<*eje lautlich entstanden ist oder analogisch z. B. nach dem Infinitiv oder 1. sing. (vielleicht auch der 3. pl.) lasse ich offen.

3. Der gleiche Unterschied wie in čak. pítān: kopân (praes) (§ 15 bei V. WIJK) findet sich in bulg. pi'tam: kopaja (vgl. noch motaja, igraja), sloven. bívam1): kopâm. Für das Altpolnische hat RozwaDOWSKI entsprechende Tatsachen beigebracht, die der Verfasser akzeptiert. Man ist berechtigt diesen Unterschied für urslavisch zu halten. In štok. kopām u. ä. liegt wohl eine nicht lautgesetzliche Verschiebung vor, die aus den parallelen mòtām, gūtām, kònčām ersichtlich ist, vgl. auch resianisch kopamo 2). Etwa analogisch nach dem langvokalischen Typus? Vgl. besonders igraš, Denominativum von igra aller Wahrscheinlichkeit nach, wie VAN WIJK (S. 32) mit Recht hervorhebt, mit ursprünglicher Suffixbetonung.

Zweifellos waren die meisten zu dieser Klasse gehörigen Bildungen ursprünglich wurzelbetont: serb. kidati, russ. dial. ki dato, sloven. kidati: kidam, čech. kydati; serb. pàdati, russ. pa'dato, sloven. pádati: pâdam, čech. padati. Die Entwicklung derjenigen von ihnen, die einen Akut auf der betonten Wurzelsilbe hatten, ist im allgemeinen klar: sloven. kîdam, čech. kydám, čak. pivān u. ä. (Die Chronologie des neuen Zirkumflexes übergehe ich.) Schwieriger sind die Fälle mit einer zirkumflektierten Intonation oder Kürze, bei denen man zwischen zwei grundsätzlichen Möglichkeiten schwanken könnte, ob von einer ursprünglichen Wurzel- oder einer Suffixbetonung auszugehen ist. Im ersten Falle müßte man annehmen, daß der Zirkumflex vor *-āje zu einem neuen Akut wurde, noch ehe das Gesetz von DE SAUSSURE-FORTUNATOV zu wirken begann, während damals die Betonung von Kürzen keine Veränderung erfuhr, die eine Akzentverlegung auf das folgende akutierte *a zur Zeit der Wirkung des genannten Gesetzes verhindert hätte. Man muß zugeben, daß eine Intonationsänderung des vorangehenden zirkumflektierten Vokals, unter Einfluß vor *aie-, ohne daß das *ā selbst von ihr betroffen wird, wenig wahrscheinlich ist. M. E. weisen die entsprechenden Beispiele mit kurzen Wurzelsilben auf eine alte Suffixbetonung hin. Trifft das zu, so muß es auch Typen geben mit ursprünglicher Suffixbetonung bei zirkumflektierter oder akutierter Wurzelsilbe. Was die letzteren anbetrifft, ist es um so wahrscheinlicher, weil z. B. die Akzentverschiebung auf das suffixale a in Infinitiv für uns bei den Reflexen der langen Monophthonge (und der Diphthonge mit langem silbenbildenden Teil) unverständlich ist: *karáti, stradáti u. ä. Alle Beispiele jedoch, die man mit diesen langvokali

1) Sloven. pitam und cech. pytati weisen auf Formen *py' tati, *py'taješь hin.

2) J. BAUDOUIN DE COURTENAY OпыIT § 163, 234. Zeitschrift f. slav. Philologie. Bd. I.

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schen Typen gleichsetzen kann, weisen darauf hin, daß bei der Verlegung des Akzentes von *-a(?)e auf die Länge ein neuer Akut aufgekommen ist, unabhängig von dem Charakter des vorangehenden Vokals; denn sonst müßte man annehmen, daß der Typus *kåráješь, *(sr)duva jest seine spezifischen Eigentümlichkeiten verloren hat und mit dem Typus, der einen zirkumflektierten Vokal hatte, auf nicht lautlichem Wege zusammengefallen ist. (Es muß übrigens darauf ver wiesen werden, daß sich dem letzteren Typus viele Verba mit betontem akutiertem Wurzelvokal angeschlossen haben, vgl. solche Schwankungen wie russ. dial. kidato und schriftspr. kida to, serb. läskati, čech. laskati, russ. laska to u. ä.) Eine Akzentzurückziehung auf eine vorangehende Kürze hat allem Anschein nach nicht stattgefunden. Wie erklärt sich aber die Erhaltung der Länge in *bijva iešь und ähnlichen Fällen? IF XL S 38-39 sagt der Verfasser: hätte aber in der Periode, wo das y von pytati gekürzt wurde, *pytaješt bestanden, so würde auch dieses Kürze bekommen haben und čak. pitaš, štok. pîtāš, slovinz. pitos würden unverständlich sein". Jedoch können die Längen vor langen betonten Mittelsilben gekürzt worden sein nach dem Wandel von *aje in *ae, das in einigen Dialekten kontrahiert wurde, in anderen unter dem Einfluß der 1. sg. und der 3. pl. als *-aic- oder *-aje- erhalten blieb. Vor dem aus *-ae- kontrahierten *-a- konnte die Kürzung der vorhergehenden Silbe auch unterbleiben.

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4. Das Aufkommen des neuen Zirkum flexes (S. 97—103). Die wesentlichsten vom Verfasser gemachten Ergänzungen (S. 97) zu den Erörterungen von LEHR-SPAWIŃSKI über die Metatonie 1) sind m. E. folgende: 1. der Hinweis was wir ,nowocyrkumfleksowa' nennen, ist wohl vielmehr eine Anzahl) von aus altem Akut entstandenen sekundären Intonationen, welche teilweise dem Akut sehr ähnlich geblieben sind, teilweise mehr nach dem Zirkumflex hinneigen"; 2. die Beschränkung der Metatonie auf einige Kategorien von mehr als zweisilbigen Formen, wenn zwei akutierte Silben aufeinander folgen; 3. eine Reihe von Berichtigungen, die das Aufkommen neuakutierter auslautender Längen aus alten akutierten erklären; 4. die Bedenken dagegen, daß vor einem jeden alten akutierten Vokal Metatonie eingetreten ist.

Im allgemeinen scheinen mir die vom Verfasser vorgenommenen Einschränkungen durchaus begründet; ich halte es aber für nötig zu betonen, daß das Aufkommen des neuen Zirkumflexes vor einem alten Akut bedingt ist, entweder durch die Länge der auslautenden akutierten Silbe3) oder durch eine Veränderung der Wortzusammensetzung infolge

1) Das Buch vou LEHR-SPLAWIŃSKI, daß die Metatouiefrage speziell behandelt, kenne ich nur aus dem, in den Rezensionen von VAN WIJK (R. Sl. IX) und Kul'bakin (Južnoslov. Filol. 1921 S. 3-4) herangezogenen Material. 2) Gesperrt von mir.

3) Ilier gehe ich auf die Bedingungen, unter denen solche Längen aufkommen nicht ein. An anderer Stelle (im Južnoslov. Filolog) versuche

von Enklise oder durch andere spezielle Bedingungen, über die ich weiter unten handle.

Meine mit dem Verfasser übereinstimmende Ansicht, daß das Gesetz von LEHR-SPŁAWIŃSKI über die Umtonung einer akutierten Intonation vor einer akutierten eingeschränkt werden müsse, kann ich hier im einzelnen nicht ausführen. Ich beschränke mich auf den Hinweis, daß mir slovinz. lasăcă, vorläna 1) u. a. nicht beweisend sind für die Umtonung des Akuts im N. Sg. und den anderen Kasus der a-Stämme, d. h. vor einer überall gekürzten akutierten Länge. Fast die ganze genannte Gruppe nimmt eine Sonderstellung ein: i-ca, i-na steht nach ausgefallenen ь, b, was eine Intonationsänderung, wahrscheinlich nur im Slovinz.2) (vielleicht aber auch im Kaschubischen) verursacht haben kann. Die wenigen Wörter in der Art wie läsăcă „Fuchs" konnten in diese Gruppe nicht lautgesetzlich eingedrungen sein: vgl. das lautliche kunica Hündin“, russ. kuni'ca, sloven. kuni'ca (kúnica hat den Akzent von kúna) und lasaca,Wiesel", trotz der alten Wurzelbetonung russ. la sica, bulg. la'sica, sloven. lásica, serb. làsica 3). Daß die Fälle mit neuem Zirkumflex wie sloven. dobrâva u. ä. und slovinz. läsăcă u. ä. nicht einer Kategorie angehören, geht aus der čech. Länge in doubrava u. ä. und der Kürze vor altem -i'ca: device u. ä. hervor. Zu dem vom Verfasser angenommenen Unterbleiben der Metatonie bei einigen Kategorien infolge einer Mehrsilbigkeit bemerke ich, daß die von LEHR-SPLAWIŃSKI angeführten Beispiele sloven. vidra, nûda, pâra, svîta1) mich nicht überzeugen. In vîdra vermute ich eine speziell slovenische (nicht lautliche ?) Intonationsänderung in zwei- und einsilbigen Wörtern vor dr, tr, vgl. vîtra „Flechtreis (neben víta), veter, Gen. vetra, serb. vjetar, kuštra „Locke“ (kúštrav Adj. „zottig“, serb. kuštrav) 5); nûda ist kaikavisch; pâra zeigt wohl Einfluß von pâr (vgl. pára); svîta kann eine volksetymologische präfixale Bildung oder Entlehnung sein.

Für Kategorien, deren Wortkomposition verändert ist (d. h. die ein Enklitikon haben), halte ich die Part. Prät. Akt. auf -la (f.). Ich führe sie auf Arten wie *chodila je, *byvala je zurück (akutierte Länge

ich zu beweisen, daß die auslautenden Diphthonge ihre Länge erhalten haben mit Ausnahme der unter noch zu klärenden Bedingungen entstandenen Differenzierung aus *oi, *ai, *āi u. a. (ě || ¿).

1) F. LORENTZ Slovinzische Grammatik S. 190.

2) Das Material von G. BRONISCH Arch. f. sl. Phil. XVIII ist unzureichend. Die Wirkung von vorhergeheuden z, & nimmt auch LEHR-SPLAWIŃSKI an (vgl. VAN WIJK Rocz. Sl. IX 94).

3) Anders MIKKOLA Urslavische Grammatik § 122.

Ich kenne nur die in der Rezension von Kul'bakin im Južnoslov. Filolog 1921 3-4 S. 248 angeführten Beispiele.

5) Die Adjektiva bister, bistra, hiter, hitra können Neubildungen zu deu bestimmten Adjektiva bîstri u. a. sein. Auf das Verhältnis von vidravídrov vgl. auch das aus dem Cech. entlehnte sàdra-sádrov gehe ich nicht ein. Hierbei müßte das Verhältnis von dêb: dóbov etc. behandelt werden.

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vor akutierter mit enklitisch-folgenden Wort). In Fällen, wo solche Bedingungen fehlten, z. B. beim Adjektivum, trat eine Umtonung nicht ein. Sloven. zrel, f. zrè̟la (vgl. zdrela bei PLETERŠNIK, zrela Rad 119, 144), vrel, f. vrè̟la, črnèl, f. črnêla u. ä. haben wohl kaum mit den Adjektiven etwas gemein. Es sind offensichtliche Deverbativa, die im übrigen dadurch interessant sind, daß sie einer Klasse angehören, die im Urslav., soweit man aus dem übereinstimmenden Zeugnis des Sloven. und Slovinz. schließen darf, keinen neuen Zirkumflex im Femininum Sg. erhielt (daß sie nicht akutiert war, geht aus den Formen seděla u. a. neben sedělo, seděli hervor in der von ILEŠIČ 1) beschriebenen Mundart).

Unabhängig von dem folgenden akutierten Vokal (eine Einwirkung des Duals auf den Sing. und Plur. halte ich für wenig wahrscheinlich) hat sich m. E. im Imperativ die Umtonung des Akuts in einen neuen Zirkumflex vollzogen: da auf die Imperativformen besonders oft enklitische Wörter folgen: vgl. sloven. nesi mi, vedî mi; dazu hatten sie noch eine emotionale Färbung, die auf die Intonation einwirkte. Wahrscheinlich wurden Verbindungen wie poln. pójdź no, kochaj že, kroat. sedi nu, russ. razskaži ka 2) früher besonders häufig gebraucht.

Sloven. nogama, glavâma, nogâmi, glavâmi, nesîva, hvalīvu, slovinz. nesamă, xvalama stellt VAN WIJK (S. 101) zu sloven. zabava, slovinz. zabavă, teils zu sloven. dremâla, hvalila. Unter ihnen gibt es aber wohl kaum zwei Formen, die streng genommen einander parallel sind; nogama wird durch das Slovinz. nicht bestätigt, außerdem ist die Erhaltung der Länge -ma bedenklich; im Sloven. haben wir offensichtlich eine Form, die analogisch nach nogami gebildet ist; beim Typus slovinz. zâbava, sloven. zabava, čech. zábava, serb. zábava muß vieles klargestellt werden: 1. die Länge des Präfixes im Westslavischen und Serbischen im Gegensatz zur Kürze, die sich in andern Fällen vorfindet, wenn eine ursprüngliche Länge einer Silbe mit neuem Akut voranging, z. B. im Part. Prät. Sing. fem. Es wird auf kurzvokalische Wurzeln hingewiesen, doch auch dann bleibt die Unklarheit bestehen, warum z. B. für das Urslav. *osnóva und nicht *osnova' vorliegt, was nach dem Gesetz von DE SAUSSURE-FORTUNATOV zu erwarten wäre (sloven. osnova gibt durch sein o, nicht ? die alte Akzentstelle an); 2. das Fehlen des Reflexes von zirkumflektierten Wurzeln in parallelen Bildungen (außer der sehr seltenen mit neuem Akut wie čak zadáća); 3. das Verhältnis zum präfixbetonten Typus; 4. die Gründe für eine andere Behandlung des è als beim Part. praet. sg. fem. u. a. M. E. könnte der von F. ILEŠIČ Archiv XXII beschriebene Dialekt von St. Georg an der Stainz (vgl. oben) vieles zur Klärung der Verschiedenartigkeit von neuzirkumflektierten Längen in diesen und ähnlichen Kategorien geben. Man vgl. darin die Akzentzurück

1) F. ILEŠIČ Arch. XXII, 499.

2) Vgl. E. FRAENKEL Notes baltiques et slaves MSL XIX.

ziehung in hválila, písala u. ä. neben krain. hvalîla, pisâla u. ä. Leider ist das Material für die uns interessierenden Kategorien außer den verbalen in diesem Aufsatz nur zufällig. Es lassen sich daher keinerlei Schlüsse über die eben erwähnten Typen und solche wie z. B. dobrâva, rakîta, motîka u. ä. ziehen.

5. Bei den Ausführungen des Verfassers über einige Fälle mit neuem Akut verstehe ich nicht, warum an der alten Endbetonung in Fällen wie čak. dán, dáš u. ä. (S. 98), die von allen in Frage kommenden Sprachen bezeugt wird, gezweifelt werden kann. Es ist mir auch unverständlich, warum für diejenigen Wurzeln, die Reflexe von langen Monophthongen und wahrscheinlich auch von Langdiphthongen aufweisen (věd-), keine akutierte, sondern eine zirkumflektierte Intonation angesetzt ist: lit. dúomi, e'mi (ë'dmi).

Die russ. dial. Gen. pl. poro, sove (S. 96) sind wohl Analogiebildungen zum Nom. Plur.; vgl. TROSTJANSKIJ Сборник. отд. русск. яз. XCV N 1 (1916) S. 64, 73-vuód, nuór u. ä.

Poln. rączka u. a. läßt sich wohl kaum mit solchen serbischen Formen vergleichen, deren Dehnung zweifellos auf gewisse lautliche Bedingungen (Stellung vor silbenschließenden Sonorlauten) zurückgeht. 6. Das Supinum. Der Verfasser ist geneigt beim Supinum wie sloven. spât, čech. spat von ursprünglich barytonierten Formen mit einer Metatonie des Akuts in einen Zirkumflex (§ 48) auszugehen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich darauf hinweisen, daß die durch slovenische (Krain) und čechische Formen bezeugte Metatonie F. ILEŠIŎ1) hat seinerzeit auf sie hingewiesen früher wohl in bedeutend geringerem Umfang gewirkt hat. Zu dieser Annahme berechtigen die Tatsachen west-slovenischer Dialekte. Den einen von ihnen, der inbezug auf das Supinum besonders viel Altertümliches bewahrt hat, beschreibt ILEŠIČ (für die anderen verweist er auf das Material von ŠKRABEC Cvetje IV 8-10; IX 12). In ihnen hat das Supinum eine Länge (offensichtlch) bei folgenden Fällen: Inf. krăsti: Sup. krāst, păsti: pāst (pascere), prěsti: prēst, pīti: pīt, brăti: brāt, spăti: spāt, zvăti: zvat u. a.; von mlěti lautet das Supinum mlět, žěli žět, biti bit (schlagen), klūti – klǎt, tkăti — tkăt u. a. Es fällt dabei auf, daß bei denjenigen, deren Stämme nicht auf einen Konsonanten auslauten, ein Parallelismus zu den sloven. Formen des Part. Prät. auf -7% besteht: pîl, brâl, spał, zvâl, aber mlè̟ł, žèl, bìl, klał u. ä., ihre Intonation ist die gleiche wie im Urslavischen, vgl. russ. pila, brala, spala, zvala usw., aber molo'la, žala, bila usw. Dieser Parallelismus geht, wie auch im Dialekt von Krain, aus folgenden Beispielen hervor: nalovil, fem. sing. nalovila, lovil, fem. sing. lovila: sup. lovît, zakoval, fem. sing. zakovála, kovâł, fem. sing. kovála : sup. kovât u. ä.

Wenn man in Betracht zieht, daß im Ursl. *pîlò, *dâlò u. ä.

1) Archiv für slav. Philologie XXII S. 498.

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