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Последняя ночь визиря пnd Могила персидского поэта

aus der gleichen Sammlung. Die Sammlung enthält auch das unvermeidliche „Lied" Iecha MOJOJOH mhghauku und ,Arabisches“ im unvermeidlichen Lächeln der Leila (57). Obgleich 2. die „CruxotBope un“ der E. Šachova von 1839 herangezogen hat, sind ihm doch ibre „IloBectu B ctaxax" 1842 entgangen. Von ihnen hat der IIeper bomutí als Einleitung die Schilderung einer stillen Mondnacht, darauf die typische Beschreibung einer jungen Schönen und als Schluß eine Schilderung des einsamen Grabes der Heldin. Einiges Bemerkenswerte enthalten fеrnеr die Dichtungen: Страшный красавец und Изгнанник. . Ein eingeschobenes Lied als unentbehrliches Element der romantischen Dichtung finden wir in der Bapiowa von Bartinskij (vgl. seine OnliTLI B cthxax 1846 S. 32). In der ihrer Darstellungsweise nach zeitlich rückständigen, in Prosa und Versen abgefaßten anonymen Dichtung Tophuti Oxothuk 1844 fällt ein junger Kornett durch den Säbel eines kaukasischen Reiters und beim Morgengrauen findet eine Lesgierin die Leiche des Getöteten im Grase ... Unverständlich ist mir, warum der VERF. nicht auch auf die byronistische Dichtung Turgenevs Cteno 1834 (eine Nachahmung von Byrons Manfred) eingegangen ist. Vgl. hierzu GERŠENSON Meuta y MbICN1. C. Typreneba 1919, 7–31. Jedoch derartige Lücken sind immer möglich. Es bleibt das Verdienst Ž.'s eine so große Zahl russischer byronistischer Dichtungen herangezogen zu haben, wie sie bisher kein einziger russischer Literarhistoriker gekannt hat.

Bei der Behandlung dessen, wie und was Puškin von Byron gelernt hat, mußte untersucht werden, was die handschriftliche Überlieferung über die Entwicklung von Puškins schöpferischer Tätigkeit aussagt: wie sind die an Byron erinnernden Stellen entstanden? Sind sie unvermittelt so geworden, wie sie uns heute vorliegen? Oder haben sie sich dem von Byron gegebenen Schema allmählich genährt bezw. sich von ihm entfernt ? Diese Fragen beantwortet Ž. in zwei Fällen (136, 144). Die steht es aber um die übrigen? Vermeidet Puškin immer allzu stark an Byron erinnernde Motive wie das aus einigen Stellen des Кавказский Пленник und des Бахчисарайскиit Фонтан hervorgeht? Diese Auslassungen und Umarbeitungen veranschaulichen in klarer Weise, worin tatsächlich die Überwindung“ Byron's durch Puškin bestand. Seit der Rede Dostojevskij's war es in Rußland modern geworden von dieser Überwindung“ zu sprechen. Es war jedoch mehr eine Tatsache, die auf Treu und Glauben hingenommen wurde. Erst jetzt, nach der Arbeit von Ž. ist diese Überwindung eine bewiesene Tatsache. Wir wissen nun in vielen Fällen genau, worin Puškin ein Schüler Byron's war, und worin er, mit dem Kanon seines literarischen Vermächtnisses brechend, als Wortkünstler selbständige Wege ging, mitunter Wege, die denjenigen von Byron sogar entgegengesetzt waren (vgl. s. 161). Interessant ist übrigens die Beobachtung von Ž., daß Pyciau 11 Jliogmuna, obgleich es keine Ähnlichkeit mit den Dichtungen von Byron hat, doch schon recht deutliche lyrische Züge zeigt, die auf eine neue Literaturepoche binweisen (80—82. Somit finden sich bei Puškin, noch bevor er mit den Dichtungen Byron's bekannt wurde, Ansätze zu dem, was für diesen englischen Dichter charakteristisch ist. Meiner Meinung nach bat Ž. in sehr gelungener Weise durch eingehende Unter. suchung die natürlichen Übereinstimmungen von den Entlehnungen gescbieden (84 ff.).

In der Streitfrage, wann Puškin mit den Dichtungen Byron's im Urtext (und nicht in der französischen Übersetzung von Pichot) bekannt wurde, ist Ž. der Ansicht, daß Puškin's englische Kenntnisse, als die „südlichen Dichtungen“ entstanden, wohl für eine Lektüre Byron's in englischer Sprache genügt baben (vgl. S. 326 f. Anm. 7). Trotzdem ich mit der Beweisführung des VERF. einverstanden bin, halte ich es für nötig noch zwei mir wichtig scheinende Fragen aufzuwerfen: 1. Konnte Puškin nicht mit Übergebung von Byron , byronistische Motive“ und Stilmittel von einem Zeitgenossen oder Vorläufer des großen englischen Dichters entlehnen? 2. Wie weit gründlich mußte Puškin die Dichtungen Byrons im Urtexte kennen, um ihn nachzuahmen? Um sich die Art der Komposition anzueignen, reichten die Übersetzungen aus, nicht aber hinsichtlich der Epitheta, der Bildhaftigkeit usw. Ferner besteht noch eine Unklarheit über die Nachahmung von Byron in der russischen Literatur: Ž. behandelt den Einfluß Byron's auf die untergeordneten russischen Dichter und kommt zum Schluß, daß hinsichtlich der entlehnten Motive mit einigen Ausnahmen die Notwendigkeit nicht vorliege, unmittelbar auf Byron zurückzugehen (294). Es fragt sich aber noch, ob alle Byronisten bei der Schaffung ihrer romantischen Dichtungen ausschließlich Puškin nachahmten. Vielleicht waren einige von ihnen des Englischen mächtig. In diesem Falle wäre eine biographische Untersuchung bei Ž. nicht überflüssig (vgl. S. 207). Denn außer Podolinskij, Kozlov, vielleicht auch Bestužev und Ryleev gibt Trilunnyj z. B. in Ocaja Muccosouru die „Belagerung von Korinth“ von Byron wieder (260). Daß es unter den Nachahmern auch solche gab, die des Englischen mächtig waren und Byron im Original kannten, beweist das Fragment Yəhuk 1830, dessen Vergleiche unmittelbar auf Byron und nicht auf Puškin zurückgehen (258). Beichtszenen gibt es bei Puškin nicht, folglich müssen Ryleev und die anderen, bei denen sich solche Szenen finden, Byron und nicht nur Puškin gekannt haben. So zeigt auch die Dichtung von F. Glinka Kapena 1830 hinsichtlich des Stoffes keine Ahnlichkeit mit dem Бахчисарайский Фонтан, аndеrѕ іѕt аuсh ihre von Ž. behandelte Episode (231). Der Namen der Heldin dieser Episode Leila weist aber eher auf Byron als auf Puškin. Es fragt sich nur, ob die Nachahmer Byron im Urtext oder in französischer Übersetzung gelesen baben: wiederum eine Frage, die nur auf Grund biographischer Untersuchungen gelöst werden kann. Was die historische Dume von Škl'arevskij Kyuym (CTUxotBopenna 1831; bei Ž. S. 247) anbelangt, so finden sich in ihr Reminiszenzen an Ossian und den Bogonad von Deržavin.

Die Bearbeitung des reichhaltigen und verschiedenartigen Materials unterscheidet sich bei Ž. methodisch stark von den üblichen schablonenhaften literarhistorischen Untersuchungen der Kunstdichtung. An erster Stelle stehen bei ihm die Denkmäler selbst als das Produkt künstlerischen Schaffens, deren Technik es zu untersuchen gilt. Allerdings wird diese Technik nicht allseitig behandelt. Ž. bietet eine vergleichende Analyse des Stoffes, des Aufbaues, der lyrischen Erzählungsart, geht aber auf solche Stilelemente wie z. B. die Epitheta und Vergleiche nicht ein; während es natürlich wünschenswert, ja sogar im Interesse des VERF. wäre, daß auch diese Seite der herangezogenen Denkmäler und Schriftsteller beachtet würde. M. E. sind gerade diese Elemente der Kunstsprache besonders wichtig für eine Analyse der Frage nach Einfluß und Nachahmung, da man mit ihrer Hilfe objektive und sichere Resultate erzielen kann. Ž. hätte die Frage, ob Puškin Byron im Urtext oder in einer französischen Übersetzung gekannt hat, selbst den Unschlüssigen nähergebracht, als es eben der Fall ist, wenn er anstelle der wenigen Bemerkungen (119–120) einen Exkurs über die Epitheta bei Puškin und Byron gebracht bätte. Im allgeineinen scheint mir aber die wesentlichste Frage bei Ž. richtig gestellt zu sein: ,Welche Kunstgriffe und welche Geschmacksrichtung hat Puškin aus der Werkstatt seines Lehrers übernommen?“ (17) fragt der VERF. und gibt eine präzise und gut dokumentierte Antwort. Im zweiten Teil des Buches wird diese Frage nicht noch einmal wiederbolt, sein ganzer Inhalt ist aber eine sehr überzeugende Antwort auf die Frage, was die zweit- und drittklassigen nachahmenden Dichter aus der Schule des Künstlers Puškin entnommen haben. Ž. beschränkt sich hierbei nicht auf „allgemeine Gegenüberstellungen, sondern untersucht die von Byron und Puškin angewandten Stilmittel, ibre konsequente Anwendung beim Aufbau und im ganzen System. Dadurch werden selbst die bisher strittigen Beziehungen zwischen dem Kabkackuit njehnik und dem „Corsair" klargelegt (37 f.). In hervorragender Weise zeigt somit die Arbeit von Ž., wie wichtig für den Literarbistoriker die vielfach vernachlässigten und nur in Werken über historische oder tbeoretische Poetik mehr hervor. tretenden Untersuchungen über die Form von dichterischen Kunstwerken sind.

Viel Raum nehmen in der Untersuchung von Ž. die Äußerungen der Literaturkritik aus der Zeit Puškins ein. Der VERF. entreißt diese Kritiken der Vergessenheit; aus ihnen gebt hervor, daß man in den 20er und 30er Jahren mit großem Feingefühl die rein formale, künstlerische Seite der Schöpfungen Puškin's und seiner Nachabmer zu würdigen verstand. Aus diesen sebr glücklich herangezogenen Kritiken ersehen wir nicht nur die Bedeutung Puškins für die 2005, 30er Jabre, es findet sich in ibnen auch mitunter die richtige, in der Folgezeit auf lange binaus vergessene Auffassung von der Dichtung als einem Kunstwerk. In methodischer Hinsicht ist es höchst interessant und anregend an der Hand der Puškin zeitgenössischen Kritik (Ševyrev, Olin, Kireevskij u. a.) die Resultate von Ž. nachzuprüfen. Der VERF. zieht diese kritischen Aufsätze in einer durchaus maßvollen Weise heran, gleich weit von ihrer Überschätzung wie von ihrer Unterschätzung. Und mit Recht, denn wer waren diese Kritiker? Spiegeln sie die Ansicht der Masse über den Dichter wider oder sind es die Stimmen der Führer, einiger weniger fein gebildeter Freunde und Beurteiler der Kunst? Die Kritik bat in Rußland eine eigenartige Rolle gespielt: sie eilte stets dem Leser voraus, leitete ibn, ohne seine Geschmacksrichtung wiederzugeben. Daher kommt ihr eine nur sehr bedingte Bedeutung für die historische Würdigung eines Schriftstellers zu und für die Beurteilung seiner Stellung im Bewußtsein des zeitgenössischen Leserkreises. Sicherere Angaben könnten wir über die Popularität eines Schriftstellers oder eines ganzen Dichterkreises machen, wenn wir uns nicht auf die mitunter freundschaftlich persönlichen Kritiken stützen würden, sondern z. B. auf die Statistik der Ausgaben, Bibliotheksnachfragen oder endlich auf die Statistik der in einer bestimmten Zeit gebräuchlichen Wortformeln. Denn es gab ja eine Zeit, in der sich die Kritik durchaus ablehnend zu den Byronisten verhielt. Sie aber schufen unbeirrt immer neue Dichtungen, und das Publikum las sie trotz der Klagen der Kritiker über den Verfall des Geschmacks (vgl. 304 f.); die scharfen, sogar verächtlichen Kritiken konnten die Flut der Dichtungen“ nicht eindämmen; offensichtlich war die Nachfrage stark und rief auch wieder ein vermehrtes Angebot hervor. Also bestand im russischen Lebensstil des zweiten und dritten Viertels des 19. Jahrh. das Bedürfnis nach bestimmten ästhetischen Anregungen, wie es die byronistischen Dichtungen verschiedener Güte waren. Ich wage nicht zu entscheiden, was hier das Ausschlaggebende war. Doch wie dem auch sei, ob es die Zusammensetzung des Leserkreises war, sein Kulturniveau oder die politische Lage, nach der es nur erlaubt war, von der Freiheit der Persönlichkeit zu träumen und sie in den wilden Ausschreitungen der romantischen Helden zu sehen, die Beziehungen zwischen Lebensstil und Liebe und bestimmten poetischen Formen sind offenkundig und verlangen eine detaillierte Bearbeitung. Auf diese Fragen ist der VERF. nicht eingegangen, statt dessen wendet er sich mehr als einmal (52, 110) einer bisher von den Literarbistorikern vernachlässigten Seite der Dichtkunst zu: den Entsprechungen zwischen dem Stil Byrons und der Kunst seiner Zeit; er betont das Melodramatische der Gesten und Posen, auch die eigenartige, der Vorliebe für Ruinen entsprechende Manier der romantischen Dichtung Puškin's und seiner Nachahmer, die Erzäblung durch Gedankenpunkte zu unterbrechen, um anzudeuten, daß nicht alles gesagt sei und um die Abgeschlossenheit der Erzählung zu zerstören.

In Z.'s literarhistorischer Untersuchung ist die neue Methode mit Erfolg angewandt; die Menge von neuem, bisher noch nicht verwertetem

Material, die strenge Objektivität der Darlegung (nur an zwei Stellen ist mir eine ästhetische, emotionale Würdigung aufgefallen S. 189 und 206 und auch bier nur durch einen Zufall), die überzeugenden Folgerungen machen das neue Buch von Ž. zu einer sehr zu beachten. den Leistung in der wissenschaftlichen Literatur. Auf die geringen, durch die augenblicklichen schwierigen Druckverhältnisse in Rußland bedingten Mängel will ich nicht eingehen. Vielleicht erlebt das Buch eine zweite Auflage, in der dann die durch Kürzungen verursachten Unklarbeiten beseitigt und anstatt der nackten Hinweise auf englische Dichter die Parallelen selbst angeführt werden. Wahrscheinlich werden dann auch die durch schnelle Drucklegung entstandenen Mängel beseitigt werden, wie z. B. der Widerspruch zwischen Ausgangspunkt und Folgerung auf S. 51 und 55 oder der falsche Schluß ex silentio S. 24 und 31. Petersburg

V. PERETZ

MEYER, KARL H. Slavisch (= ,Stand und Aufgaben der Sprach

wissenschaft“. Festschrift für Wilh. Streitberg zum 23. Febr. 1924, S. 649–670.) Heidelberg, C. Winter 1924.

Der Aufsatz ist weit davon entfernt, ein vollständiges, mehr oder weniger abgerundetes Bild von dem Stande und den Aufgaben der heutigen slavischen Sprachwissenschaft zu geben. Nur einzelne Probleme, die deu Verfasser besonders interessieren, werden herausgegriffen. Eingeleitet wird er durch einige allgemeine, nichts Interessantes enthaltende Bemerkungen. Im Mittelpunkt stehen die heute modernen Intonationsfragen. Ihre Behandlung bietet keineswegs eine umsichtige oder durchdachte Analyse der Probleme. Neues, bisher unbeachtet gebliebenes Material fehlt gänzlich. M. bespricht Abweichungen vom LESKIEN-DE SAUSSURE-FORTUNATOV'schen Gesetz. Dazu gehören nach seiner Ansicht: 1. Fem. Substantiva vom Typus *dobā, *körü, *vdl'a ( gibt die Akzentstelle an), 2. neutr. 0-stämmige Substantiva im Plural vom Typus *sèlā bei *selò im Sing., 3. einige neutr. konsonantische Stämme vom Typus *plème, 4. dbū (Zahlwort), vgl. lit. abù. Ausgehend von diesen Tatsachen stellt er folgendes neue Gesetz auf: „unbetonte, zirkumflektierte Stammsilbe erleidet vor betonter, akutierter Endsilbe Metatonie, erhält also neuen Akut und zieht den Ton auf sich“. Dieses Gesetz soll vor dem DE SAUSSURE'schen gewirkt haben. Da M. diese Akzentverschiebung auf sehr schwankender Grundlage aufbaut, kann man ihm nicht zustimmen. Verweise auf *plème, usw. sind nicht stichhaltig: vgl. grr. Njems (Dal'), sloven. plémeplemina; die grr. Ableitungen IJEMÁW, NJEMÁHHUK; bei serb. plème hat eine Ausgleichung stattgefunden (wie råme, sjeme, šljème, tjème,

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