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BW. 32 367 var., burški, burkši und burši l. c. 1 var. „aegopodium podagraria“ könnte altes Erbwort sein, verwandt mit slav. börščo *burstịa-; 5. bartis, ies DB 181, 9, DJ II 227, TP. 64 = 50pth > 6uptb | poln. baré BERNEKER Slav. et. Wrb. I 109, PREOBRAŽENSKIJ 3r. CJ. I 38, SREZNEVSKIJ Mar. I 155: mediuse iszkałtas bartys důd didę daugibę medaus Dauk. (V. Chr. 191, 44): bartininkas, drawininkas ,,Bütner, Bienenwärter im Walde" R II 89, woher der Ortsname Bartnykai = 50PTHUK) < ObPTühikb; 6. karčemà (-ās, karčema), karčem(i)ninkas = kopima, kopHÉMuik von KbpYuma || poln. karczma BERNEKER Slav. et. Wrb. I 666, PREOBRAŽENSKIJ Ər. cj. I 363; 7. markvà, Gen. maskvos Dus. = MopKBA zu altem Nom. Mbpkb!, Gen. Mýpkábe (< urgerm. *murko > germ. *murxo, woher ags. moru < *morhu, and, moraha, morha ,,Möhre" PREOBRAŽENSKIJ IT. CJ. I 557; 8. barkõnas ,,MopKobb, gelbe Rübe, Burkane" Salakas Oopkahú < 6upkahı, vorher lett. burkāns „ „MOPKOBÚ“ RKr. XV 35. Barkūnai „Menyuka, hypkyhb, melilotus; geltonai žydi kaip dobiliukai“ SN., užžėlė keliai beržais, takeliai barkūnėliais FM. (Nr. 39, 4), aisiu ... barkūnùs pamindama l. c. 5. Barkūnas weist auf eine weißruss. Form *7opkyüb hin; vgl. 6ypkyhú „melilotus“ (Dal'). Burkuntay bei Szirwyd K älterm burkantai) „pastinaca, sicer“ (Sz. 243 s. v. pasternak) hat die gleiche Endung wie estn. porgand „gelbe Rübe, Möhre, Burkane“. Finn. porkkana „rapae varietas oblonga, staphylinus, daucus carota“ (wot. borkkana, estn. porgan „Möhre“) ist Lehnwort aus dem Russischen. Die livländischen Deutschen werden ihr burkane, borkane aus dem Lettischen erhalten haben. Die Schweden Estlands benennen die Möhre bork, und der ugro-finnische Stamm der Mordwinen pur'kä (MIKKOLA Berühr. I 91). Das Verhältnis aller dieser Wörter bleibt uns unklar. MbpKui kann von gleicher Herkunft sein wie í bpk-alb. Nur kennen wir heute noch keine solche Sprache, in welcher m zu b werden kann oder umgekehrt. Daß im Altertum an der Ostsee eine solche Sprache vorhanden war, in welcher b mit m wechseln kann, zeigen nicht пие мъркы und бърканъ, sоndеrn аuсh lett. Luca und тиса .. Tonne"

27. Weißruss. e (< älterm 3) entspricht in den Lehnwörtern des Litauischen e, z. B.: 1. čestàs (ostlit. čēstis), Gen. čēsties =

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pösłáusa, Prt. Sg. M. pöslaussâl H pöslaússal H(B) pöslaussal H (B2) „zugehöret“ d. i. pösláusal. Von den nicht zusammengesetzten Formen gehören sicher hierher slauss H slaus H(B.), wohl die 2. Sg. Imp. slaus, wie SCHLEICHER wollte, und nicht eine verkürzte 3. Sg. Prs., wie Rost will, und slausse H schlausse H(B,), d. i. sláusa (3. Sg. Prs.), vielleicht auch schläusses S sleisis H (2. Sg. Prs.), schläusse S sleissa H sléissa H(B) sleisse H(C) (3. Sg. Prs.) und sleiss H sleus H(B) (2. Sg. Impr.), wenn diese mit släusīs släusa släus zu transkribieren sind und nicht mit slåisis slåisə slåis, was ebenso gut möglich ist, in diesem Falle würden sie zum Stamme slyš- gehören. Zu diesem gehören der Inf. sléisöt Pf. sleisöt Voc. sleisot D. d. i. slå'isat oder slå'iset (ein slåisot, was SCHLEICHER für möglich hält, wird durch sleisot D. nicht verbürgt, dafür ist D. zu unzuverlässig), und die 1. Sg. Prs. sleisang Pf. Voc. sléisang Ec., d. i. slå isa. Soweit die Formen zum Stamme slyš- gehören, sind sie die direkten Fortsetzungen der urslavischen, bei denen des Stammes sluš- ist mir dies jedoch fraglich. Allerdings gab es im Urslavischen ein *slušati, aber einmal flektiert dies als a-Verbum. Prs. *slušajo, während wenigstens polab. slaus auf ein e-Präsens hinweist, und weiter hat das Lechische dafür *sluchati: poln. słuchać, pomor. stëxac. Zwar bilden auch diese ein a-Präsens: poln. słucham, pomor. stëxaio oder stëcom, aber in den nördlichen Dialekten des Pomoranischen (Slovinzisch, Nordwestkaschubisch, Nordostkaschubisch) tritt bei den Verben auf -xac statt des sonstigen a-Präsens öfters ein e-Präsens auf, z. B. dm'uxac: dm"úšą, x'uxac: x'üšą. Dasselbe liegt im polab. sláusa slaus vor und von hier aus hat sich das s (bzw. 8) wohl unter dem Einfluß von sla'isat (słyš-)

auch auf den Infinitivstamm ausgedehnt.

13. poakene reesteidel H (B) „von einand fallen“. In dem reesteidel sieht Rost (S. 418) ein rüözéidal ging auseinander", was an sich wohl möglich wäre. Man versteht aber nicht, was dann noch der Zusatz des poakene soll, denn selbst wenn man annehmen wollte, die beiden Wörter wären durch ein Komma zu trennen und jedes einzelne habe die Bedeutung von einander fallen“, würde das nicht helfen, denn für wan pákene gibt HENNIG klar und deutlich die einfache Bedeutung ,,er fällt“ an. Sonach

wird die Bedeutung „von einander fallen“ der ganzen Phrase zukommen und nicht bloß einem Teil derselben. Ich sehe in dem reesteidel das Part. Prt. Pass. rözħáidl(ə) (urslav. *kydlo) „zerschlagen“, påkna rözħáidlə) bedeutet dann „fällt zerschlagen“, d. h. „fällt auseinander“.

14. mose (móse A môse B.) tgela H „Wagen-Schmier“. Nach Rost (S. 167 Fußn. 6) ist dies „als mazkóla (wörtl. Übersetzung) Schmiere des Rades: aufzufassen“. Viel wahrscheinlicher ist, daß mose die 3. Sg. Prs. – poln. maże ist und daß der Ausdruck bedeutet ,,er schmiert den Wagen“ (mózə höʻla). Ebenso wird teret sculu Voc. teretschüla D. ,,Wagenschmere" nicht eine wörtliche Übersetzung von „Teer des Rades“ sein (S. 58 Fußn. 30), sondern bedeuten „er teert den Wagen“ (téra ħü'la).

15. sloweídia Pf. „un rossignol“ ist bereits von SCHLEICHER (S. 36) als slovaik'a erklärt, das k soll dadurch entstanden sein, daß ein ursprüngliches *slovaik = čech. slavík zum ja-Stamm umgebildet wurde. Die Sache ist recht bedenklich, denn ein zweites Beispiel für den Ausgang -k'a gibt es nicht (gigleikia Pf. wird gigláića zu lesen sein), eine Erklärung, die die Annahme eines derartigen Stammes unnötig macht, dürfte also vorzuziehen sein. Und es scheint mir unschwer, eine solche zu finden. Bei PFEFFINGER gibt es nämlich noch zwei Wörter, die auf -dia ausgehen: sojáydia „une sie“ und okéidia „un crochet“. Den Ausgang -dia dieser Wörter erklärt Rost (S. 40, 42) richtig als di ia tii „das ist“, die Bestätigung bringt das Voc. Vand., wo es heißt: Die Säge: Sojay. Ebenso ist auch das -dia in slowvidia aufzufassen, wir erhalten also slåvái. Dies kann nur dem russ. (0100ei entsprechen, ist also aus urslav. *solvojo entstanden. Es zeigt, daß im Polabischen, wenigstens in dem Dialekt PFEFFINGER's, auslautendes -bjb zu -ai geführt hat, also eine Entwicklung, die genau der des Polnischen (-i) und Pomoranischen (-2) entspricht.

16. kleibenateicia H kleibe nateicia H (B) kleibenateitzia H(B) „Steck-Nadel“, kléibia stéicia Pf. une epingle". Hierin liegen zwei verschiedene Ausdrücke vor: klaibnatáića und klaib'astáića. Rost gibt merkwürdigerweise in seinem Wörterverzeichnis (S. 391) nur das erstere, kléibia stéicia will er ganz unnötig in kleibes

nasteicia verbessern (S. 42 Fußn. 6), aber auch dies wird nicht weiter berücksichtigt. Das Grundwort zu klaib'astáića haben wir trotz Rost (S. 139 Fußn. 13) in dem von PARUM SCHULTZE überlieferten klaib'osta (kleybjoste baum) zu erblicken, wie aus der Beschreibung hervorgeht: „vor diesem stund da ein Eichenbaum mit niederhangenden Reisern, davon hat der Stück seinen Namen, die Reiser waren von großen Knospen, wann sie ausschlagenden wollten und die heisen Kleipken“, die Knospen wurden „Kleipken“ (polab. wahrscheinlich klaibka, Demin. zu klaibó „Knauf“) genannt, nicht, wie Rost meint, die herabhängenden Äste.

17. jeissa S geissek H „Niere“. Rost transkribiert k’óisa und k'óisek (worin er einen Gen. Plur. sieht), ohne eine Erläuterung zu geben, die doch notwendig wäre, da die Wiedergabe des k' durch j bzw..g ganz ungewöhnlich ist. Ich halte diese Etymologie (Rost hat sicher an Zusammenhang mit poln. kiszka gedacht, wozu BERNEKER EW 679 das polabische Wort auch stellt) für unrichtig und stelle die Wörter unter der Annahme, daß ss hier, wie öfters, für st geschrieben ist (vgl. SCHLEICHER S. 159), zu urslav. *isto [altbulg. istesa], wenn dies auch nach BERNEKER EW 434 im Westslavischen sonst nicht vorzukommen scheint. Was die Form betrifft, so ist jeissa wohl sicher der Nom. Plur. jáista, auch in geissek wird man einen Nom. Plur. jáistk(a) oder mit Schwund des t jáisk(a) zu sehen haben, denn das e kann nur ein Einschubvokal allerjüngster Zeit sein, da ò und o als a erscheinen würden, wenn die Form ein Gen. Plur. wäre.

18. jútsan fleutúne Pf., nous avons sifflé". SCHLEICHER (S. 172) und ihm folgend Rost nehmen an, daß fleutúne das Verbalsubstantiv sei, das hier mit ca „will“ verbunden sei. Diese merkwürdige Konstruktion erledigt sich aber dadurch, daß das Voc. Vand. an der entsprechenden Stelle (Rost 61, 23) jutsan floitot, also cą mit dem Infinitiv, bietet. Die Übersetzung lantet jedoch auch hier „wir haben geflötet“. Die Sache wird dadurch zu erklären sein daß das (jedenfalls an dieser Stelle etwas undeutlich geschriebene) Original zwei Phrasen gab: „, wir haben geflötet: mome fleutúne“ und „ich will flöten: jútsan Hoitot. Die Abschreiber lieben beide das „ich will Höten" fort, der des Voc. Vand, außerdem das mome fleutúne, während der des PFEF

FINGER’schen Exemplars die beiden polabischen Phrasen in eine verquickte. Für das Polabische sind übrigens zwei Verba mit der Bedeutung „flöten“ anzusetzen: ein a-Verbum, zu dem der Inf. flåitót und das Part. Prt. flåitónə gehören, und ein i-Verbum *flåitīt, von dem die 1. Sg. Prs. flåitą (fleitang H) und das Prt. Sg. M. flåitål (fleitâl H) belegt sind. Zoppot

F. LORENTZ

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Etymologisches

1. abg. Těcha , Ackerbeet' russ. Jexa ,Beet, Ackerfurche' usw. ist schon längst mit ahd. (wagan-)leisa , Wagenspur' mhd. leis, leise Spur, Geleise“, lat. līra (*leisā) ,Furche im Ackerbeet. lit. lýsė, apreuß. lyso Gartenbeet' verglichen worden 8. zuletzt BERNEKER EW I 708 ff. Man vermißte aber bisher eine a rische Entsprechung. Ich sehe dieselbe in j-avest. raēša- m. ,Spalte in der Erde)', das ich auf idg. lois- zurückführe, während BARTHOLOMAE Altiran. Wb. 1487 das iranische Wort zu nhd. Schlitz stellt. Verwandtschaft von raēša- mit russ. npopbxa ,Schlitzer wäre lautlich auch denkbar, empfiehlt sich aber weniger, weil das russische Wort nur für Löcher in der Kleidung, nie für Erdspalten oder Erdlöcher gebraucht wird. Russ. apoptxa gehört wohl eher zu rezati als zu aind. rēkhā f. ,Bib, Strich, Linie, Streifen“.

2. russ. cepórá ,Ohrring' Dieses Wort wird gewöhnlich zur Sippe von abg. userędzo , Ohrring' kroat. userez gestellt, welches bestimmt aus altgerm ausahriggs stammt. Vgl. MIKLOSICH EW 372. Um diese Zusammenstellung zu halten, muß eine Reihe von Neuerungen auf russischem Boden angenommen werden. Ich ziehe es vor, das russische Wort von der germanischen Sippe zu trennen und darin ein altču v assisches Lehnwort zu sehen. Die Quelle wäre altčuvass. *śürüy ,Ring' : čuvass. śara, śöre King': kazantatar. jözök, jözek idem : Codex kuman. juzuk ,Fingerring', osman. dschag. jüzük idem : baškir. Jözök vgl. dazu Gombocz Bulgarisch-türkische Lehnwörter im Ungarischen 82 ff. 122 ff. Aus derselben čuvassischen Quelle stammt magy. szérü ,Ring' s. GOMBOCZ a. 0. M. V.

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