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tebom und 81-mal sebom, dagegen 8-mal menov, 3-mal tebov, 1-mal sebov (zusammen 259 : 12). Zu diesem Zustand ist nun folgendes zu bemerken: 1. regelrecht ist -òuv und -om (I. a und II. a); 2. die Fälle unter I. b (ženov, prošnjov, tov, pred-, ze-isov 13-mal, je einmal rečjov, ričjov) enthalten die Nebenform vòdor, vgl. dazıı zentral-slov. ženo, vợdo neben ženo, vodó; ferner enklitisches tov, VSOV (lies: prod-tov, zo-fsov < So vysejo) zum orthotonierten tòur. VÒUV, wo wir also dasselbe Verhältnis haben wie bei vòdor : vodòuv; rečjov, ričjou muß für graphische Bildung gehalten und als ričjou gelesen werden, denn i < ê zeigt uns, daß der Ton auf der Endung ruht; 3. die Fälle unter 1.c (vodom, glavom, krvjom, pomočjom, njom und 8-mal ričjom) sind z. T. regelrecht, allerdings nur als analogische Nebenformen (vòdom), z. T. sind es bereits nur graphische Erfindungen, wie wir es genug deutlich aus ričiom ersehen (die Endung war betont, da i < e, sollte daher ou < enthalten und -v anstatt -m); diese graphischen Bildungen wurden durch das Nebeneinander der Formen vodòuv : vodom, krvjov : kìvjom, ričjòur : rèičjom usw. ins Leben gerufen und gefördert; in einigen Fällen ist auch ein Einfluß der in unmittelbarer Nähe sich befindlicher Instr. Sing. Mask. Neutr. für die Schreibung -om malgebend gewesen (S. 340. 482, 731); 4. in vielen Fällen unter II. b hat Küzmics wohl noch-om gesprochen, in manchen gab es schon damals Nebenformen mit hov, die später alleinherrschend wurden (očom ausgenommen); 5. die spärlichen Formen menov usw. zeigen, daß sich in einigen Ortschaften schon im XVIII. Jahu. jener Einfluß des Typus ribov geltend gemacht hat, den wir heute im westlichen Prekmurje (mộof, teof, seof) finden; doch sind anderswo noch heute beide Formen gebräuchlich vgl. Magy-vend szótar (J. 1919): tebom 16 neben szebor 17, 19, 21 und bei VALJAVEC Rad 121, 165: ,,Uz sébom, tébom narod govori i seót, teór"; auch hier haben wir mit Doppelformen minom menout (vgl. zentral-slov. mâno manoi) zu rechnen.

Unsere Annahme eines Stadiums ribom - žerouw ist somit vollkommen begründet. Es ist nun ganz inwahrscheinlich, daß wir in einem und demselben Kasus schon von allem Anfange her zwei verschiedene Endungen hätten. Da nach unseren Erfahrungen die Ausbreitung der Endung -or erst jüngerer und jüng

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ster Zeit angehört, so dürfen wir annehmen, daß die Mundart in Prekmurje in einer älteren Entwicklungsperiode sowohl ribom, als auch *ženom gehabt hat. Es entsteht somit die Frage, warum und wann und wie ženom > ženour geworden ist. Nun glaube ich, wir haben es hier mit einem phonetischen Prozeß zu tun. Unsere Mundart hatte *ženom bis zur Dip!ıthongierung o > ou. als sich in dem dadurch entstandenen *ženoum eine schwer aussprechbare Gruppe -oum entwickelt hat: Schwierigkeiten bereitete vor allem die Bildung des bilabialen ungerundeten Verschlusses (m) nach bilabialer gerundeter Minimalöffnung (4) und die gleichzeitige Senkung des Gaumensegels (m). Der gegenseitige kampf zwischen diesen drei Artikulationselementen (ich bezeichne sie kurz mit -, o, ~) hat ergeben: 1. bei Übermacht von und ~ das Ausscheiden vom –, vgl. die Differenzierung -um >

!!m in gràun < *gràym, gròum, yromo in Sv. Križ bei Rogaška slatina in Mittelsteiermark; 2. bei Übermacht von – und das Ausscheiden vomo, vgl. die Assimilation -um> *-mm, -m in gràm < *gràum, gen. gràmma in Špitalič bei Konjice in Mittelsteiermark; 3. bei Übermacht vom o und seiner partiellen Kreuzung mit – das Ausscheiden vom ~ ind partiellen Schwund von –, d. h. bei Beginn des -m trachteten die Lippen in der ļl-Lage zu verbleiben; dies latte zur Folge, daß nur ein Ansatz zum bilabialen ungerundeten Verschlusse gebildet wurde, dem sofort eine bilabiale ungerundete Spaltöffnung nachfolgte (die gehobene Lage des Gaumensegels blieb unverändert), wodurch anstatt -m eine Afirikata, und zwar -8 (-P), erklang; nach weiterem Aufgeben des erwähnten Ansatzes und nach verminderter Hervorstülpung der Unterlippe fielen unsere zwei Laute mit den in der Mundart bereits vorhandenen bzw. f zusammen; diese Erscheinung haben wir in ženour (-f) < ženoub (-p) < ženoum, ženom in der Mundart in Prekmurje.

Ist unsere Deutung der Form ženiąt und ihre Herleitung aus *ženom richtig, dann müssen wir für jedes andere om auch -onev in unserer Mundart erwarten. Für dlom, gröm (in Unterkrain dům, im XVI. Jahrh. auch noch grum) haben wir in Prekmurje dom, grom, d. h. dieselbe Analogiebildung (Aufnahme des in den obliquen Kasus erwiesenen Stammes Jow' in den Nominativ;

analogische Akzentuation), die wir im zentral-slov. grom, gost < gosto (im XVI. Jahrh. noch gúst), spol (im XVI. Jahrh. noch spül) usw. finden, s. noch Ramovš Arch. f. slav. Phil. 36, 452; es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß dòm auf *dòum zurückgeht, daß aber hier -m, gestützt durch die obliquen Kasus, sich stärker durchsetzen konnte, weshalb der oben unter 2. behandelte Prozeß erfolgt ist. — Instr. Sing. Mask. Neut. wie bogom, mesom, denen wir im XVI. Jahrh, noch oft genug begegnen, sind überall und so auch in unserer Mundart durch die Nebenform bôgom, mesom, die zunächst nur der Verbindung mit Präposition eigen war, verdrängt worden. Wir haben noch Adverbia, die ihrem Ursprunge nach Instr. Sing. Mask. sind und deren Endung -om neuakutiert war, weshalb im Slovenischen bei geschlossener Silbe Dehnung eintreten mußte: strachòmo > *strahom > *strahúm (in Unterkrain, mit o > ū), welche Form von anderen Adverbien leicht hat ein -a erhalten können: strahúma (heute in Unterkrain), vgl. RAMOVŠ Južsl. Fil. II 239. Ein solches Adverb ohne oder mit -a haben wir im unterkrain. skakum, vr-skakúm (Borovnica) und pr-skakúma (Velike Lašče); es bedeutet „im Galopp“. In der Mundart in Prekmurje lautete unser Wort einst *skakom, später, nach Diphthongierung © > ou : *skakoum und nach den oben auseinandergesetzten Veränderungen erhalten wir heutiges skakòuv, vgl. noch na [zkakouv Küzmics Novi Zákon 27 (heute auch schon na-skakòuk < *na-skakòuf + k; zur Partikel -k vgl. gòri neben gòrik, povòuli neben povòulik usw.). Die Entwicklungsphase *skakòum ist erwiesen durch das Adverb mit angenommenem -a: *vēkóm + a > vekòuma, vgl. Vekvekouma, vekivekouma bei Küzmics I. c. 298, 349, 578 (= unterkrain. vekúma in uekuikumaj in Jankovič's Handschrift aus dem Jahre 1659). Dadurch wird unsere Erklärung der Form ženouv über jeden Zweifel erhoben.

Es handelt sich noch um die Frage, wie ribom, *ženom in der Mundart in Prekmurje entstanden ist. Der benachbarte skr.kajk. Dialekt zeigt sowohl durch seine älteren Denkmäler, als auch durch seine jetzigen Mundarten, daß seine ursprüngliche Form des Instr. Sing. Fem. ribo, ženo war; durch späteren štok. Einfluß konnte diese Form zu ribu, ženu werden. Daneben finden wir noch klare junge Bildungen ribom -- ribum; einschlägige Literatur darüber s. bei NAHTIGAL 1. c. 11. Hätte dieses kajk. -om, -um dieselbe Entwicklung hinter sich wie štok. -om, dann müßte man doch irgendwo und irgendwann noch der Form *ribou begegnen, es liegt ja der ganze Entwicklungsverlauf von seiner ersten bis zur letzten Stufe klar vor uns. Aber nach einer kajk. Übergangsstufe ribou suchen wir vergeblich! Daß sich Instr. Sing. Fem. in slav. Sprachen oft nach Instr. Sing. Mask. Neutr. gerichtet hat, ist bekannt, s. OBLAK ). c. 12, 435 ff. Ursprünglich kajk. ribo ist identisch mit slov. ribo < ryboio; im Kajkavischen hat diese Form später von Mask. Neut. -m erhalten (ribo + m, ribu + m) und dasselbe geschah auch in der slov. Mundart in Prekmurje, die aber vorher im vollkommenen Einklange mit slovenischen und kajkavischen Dialekten war. Für diese Mundart haben wir somit folgende Entwicklung anzunehmen: 1. ribo, ženó, məno (gemeinslovenisch, gemeinkajkavisch); 2. ribom, ženom, menom (ribom ist analogisch akzentuiert nach riba; mệnom repräsentiert die Nebenform məno und ist analogisch akzentuiert nach mene, -i); 3. ribom, ženòum > ženouv, menom; 4. ribov, ženòuv, menom; 5. ribov, ženòuv, menov.

Nach diesen Ausführungen (askr. slk. -ou < -oiu, -ożo; klr. -oŲ < -ouu, -oğu; kajk. -om < -9 + m; ostslov.-dial. -ov <-om, - + m; bulg. gesprochenes -09 scheint wegen der bereits im Aksl. vorhandenen - nie existiert zu haben) ist es klar, daß die Endungsform *-09 nirgends nachweisbar ist; sie bildet nur ein theoretisches Bindeglied zwischen -ożo und -g, während die lebende Sprache nach Schwund vom -j- sogleich zum o übergegangen ist. Die von NAHTIGAL gezeichnete Isoglosse -og schrumpft auf zwei nicht zusammenhängende Glieder (slk., skr.) zusammen, für die eine ursprünglich parallele (-0iq > oiu > -ou), später verschiedene (ou > -Ov; -ou > -ou, -om) Entwicklung anzunehmen ist. Wohl ergibt sich uns aber eine kajk.-slov.-čak. Isoglosse rybo, die später an zwei Punkten (in kajk. Dialekten und im slovenischen Prekmurje;

im OstČakavischen), wahrscheinlich durch štok. ribom beeinflußt, in gestörter Form *rybo + m erscheint. Laibach

FR. RAMOVŠ

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Zwei slavische Kasusformen

Bei der Erforschung älterer und neuerer Dialekte stößt man bisweilen auf Formen, die anfangs der Erklärung mehr oder weniger Schwierigkeiten zu bereiten scheinen. Mancher Forscher meint dadurch den Schwierigkeiten aus dem Wege gehen zu können, daß die Entstehung der fraglichen Formen in eine ältere Sprachperiode verlegt wird (man spricht z. B. von gemeinslavischem Lautwandel, von gemeinslavischem Akzentwechsel, von gemeinslavischer Metatonie usw.). In einigen Fällen geschieht das ohne Zweifel mit Recht. Es ist jedoch entschieden davon abzuraten, zur Zeit und Unzeit ursprachliche Erklärungen auch für diejenigen Vorgänge zu suchen, die sich in einfacher und natürlicher Weise innerhalb der betreffenden Sprache selbst erklären lassen.

Von diesen prinzipiellen Erwägungen geleitet, habe ich vor nicht langer Zeit einige slavische Kasusendungen untersucht, die früher von anderen Forschern in der oben angedeuteten Weise erklärt wurden, und zwar: die Endung -a (altpoln.), -e (altbulg.) des Part. Präs. Nom. Sing. Mask.'), die slovakische Endung des Nom.-Akk. Plur. Neutr.) und die serbische Endung -ē des Gen. Sing. Fem.”). Ich habe (wie ich meine, mit Erfolg) nachgewiesen, daß diese Formen durch einzelsprachliche Vorgänge in befriedigender Weise erklärt werden können.

1) En fornpolsk nybildning (Upsala 1920); Arch. f. elav. Phil. XXXVIII 120—127; Slavia I 208--214.

2) Die slovakische Vokalbalance und die Endung a:-ā des Nom.-Akk. Plur. Neutr. (Sonderabdr. aus Språkvetenskapliga Sällskapets i Upsala För. handlingar 1919–1921 S. 84–92). Wird unten zitiert sowohl rach S.-A. wie (in Klammern) nach den Verhandlungen.

3) Ib. S. 5 f. (88 f.).

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