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sei. Wäre das nicht der Fall, dann wäre seine Beweisführung unverständlich.

Auch die Erklärung des auf r folgenden e im deutschen Brezisburg ~ Bresburg Presburg ist bei WEINGART verfehlt und zwar vom Standpunkte der tschechischen Sprachgeschichte. Ich habe Bedenken dagegen, daß WEINGART den deutschen Namen unmittelbar aus dem alttschechischen Brēcislav > Breclav ableitet, ebenso das e des deutschen Namens aus alttschech. ě. Auch meiner Ansicht nach ist der deutsche Name slavischer Abstammung und hängt mit diesem slavischen Personennamen zusammen, der im heutigen Tschechischen Břetislav lautet. Zweifellos geht das heutige tschechische Břetislav auf ein ur-tschechisches * Bręci-slav zurück (s. GEBAUER, Slovn. staroč). Daß so eine, mit nasalemę ausgesprochene Form im Urtschechischen und Urslovakischen im VIII-IX. Jahrhundert gelebt hatte, das beweist das lat. Vence-slaus, das die latinisierte Form eines urtschechischen *Vece-slav (heutiges tschechisches Václav „Wenzel“) darstellt; auch Svatopluk's Name könnte als Beweis dafür gelten. Die Denkmäler nennen ihn Eçevróxinxtos, Zwentipolch, das Ebenbild eines urslovakischen *Sveto-p?ko ist (s. VONDRÁK, Vergl. Gram. 12 141; GEBAUER, Hist. M. I). Zweifellos ist es auch, daß schon im X. Jahrhundert, wie auch im XI., aus dem tschechischen und slovakischen ę ein ia geworden ist, also alttschech. und altslov. *Bracislav, mit Dissimilation Bratislav (latinisiert: Bracizlaus, s. GEBAUER Slovn. starod.). Das tschech. ia entwickelte sich zu ě, was im XII. Jahrhundert geschehen konnte (Belege aus dem XIII. Jahrhundert, s. HUJER, Úvod do dějín j. č. 55). Dieser Wechsel traf in gewissen Stellungen auch das ausę gewordene tschechische ia. Das alttschechische Bracislav > Břa. tislav konnte also im XI. Jahrhundert nur mit -ta- und nicht mit -rê- lauten. Deshalb eben ist WEINGART's Deutung auch vom Standpunkte der tschechischen Sprachgeschichte verfehlt. Wir dürfen in der Erklärung des deutschen Namens nur von der alttschechischen oder altslovakischen Form des X., XI. Jahrhunderts, also von *Bracislav (eventuell Bratislav) ausgehen. Aus dieser Form ist der deutsche Name einwandfrei zu erklären. Aus alttschechischem oder altslovakischem Personennamen * Břa

cislav wurde nämlich im Bairischen im X. und XI. Jahrhundert mit Umlaut * Prezi-slav (lies Pretzi-slav). Bezüglich des Umlautes vgl. lat. archi- (gr. å oxc-) > ahd. erzi- in erzi-bischof, später erz-bischof, s. KLUGE Et Wb.9. Zu der Zeit nun, als aus erzibischof erz-bischof, aus dem deutschen Altu-perht - Alti-perht, Altu-rih, Fridu-rih, Pili-crîm usw. Altperht, Altrih, Fridrih, Pilcrîm - Pilgrim usw. wurde, wurde auch aus dem (dem alttschechischen oder altslov, entnommenen * Bracislav) deutschen * Prezi-slav deutsch * Prez-slav > Preslaw. Aus so einem, dem alttschechischen oder altslovakischen entnommenen bairischdeutschen Personennamen wurde der deutsche Name Preslawaspurch, Brezesburg, Presburg. Das ě des alttschechischen Brécislav > Breclav hat nichts gemein mit dem ? des deutschen Namens.

c) Die unter Punkt c) mitgeteilte Hypothese WEINGART's ist die folgende: das lat. Posonium und mit ihr naturgemäß auch das ungarische Pozsony ist ein Name slovakischen Ursprunges. Seiner Meinung nach lebte um das Jahr 1000 ein Edelmann, namens Poznan. Mit dessen Namen benannten die Slovaken Preßburg Poznań. Als dieser Herr Poznan allmählich magyarisch wurde, veränderte sich auch Posonium zu Pozsony. Es gab auch einen Herrn Hunt, dessen Name kaum slovakisch ist, wahrscheinlich ist es ein deutscher Name aus Gunther. Die Familie selbst mag als deutsche Familie schon im IX. Jahrhundert im „Slovensko“ unter Svatopluk gelebt haben, da doch in Svatopluk's Reich auch deutsche Edelleute gelebt haben! Aus alledem ist es ersichtlich, wie wenig WEINGART den von ihm behandelten Gegenstand kennt. Ja, es verdrießt mich beinahe die folgenden allbekannten Sachen niederschreiben zu müssen. Es soll mir aber zur Entschuldigung dienen, daß die Herren WEINGART und CHALOUPECKÝ, solche allbekannte Sachen wie es scheint nicht wissen.

Die ungarischen Chroniken berichten einstimmig, daß in der Zeit des Fürsten Géza (971—997) unter den in Ungarn angesiedelten Ankömmlingen zwei Ritter waren, die aus Deutschland, und zwar aus Schwabenland kamen. Der eine Ritter hieß nach der Chronik des Magisters SIMON KÉZAI, Pazman, der andere Hunt. Die betreffende Stelle lautet in der genannten Chronik:

Post hec venit Hunt et Pazman, duo fratres carnales, milites coridati de Suevia. Hi enim passagium per Hungariam cum suis militibus facientes ultra mare ire intendebant. Qui detenti per ducem Geicham, tandem sanctum regem Stephanum in flumine Goron Teutonico more gladio nilitari accinxerunt (s. MFLOR. II 94).

Die zwei Brüder werden auch von anderen Chroniken erwähnt. Alle stimmen darin überein, daß sie zur Zeit des Fürsten Géza zu uns eingewanderte, also fremde Ritter waren, die Sankt Stephans Getreue wurden. In diesen Chroniken heißen die Brüder Hunt - Chunt, Paznan - Pazuam Pazuan (vgl. Chron. Pictus Vind. Hunt et Paznan | Chron. Dubn. Hunt et Paznan | Samb. C. Pazuan, Pazuam | Chron. Pos. Chunt et Paznan | Chron. Mon. Hunt et Paznan, Hunt et Puzna).

Die Brüder sind die Begründer des Geschlechtes Huntpúzmány, von dem mehrere, teilweise noch jetzt lebende Familien abstammen (so z. B. die gräfliche Familie Forgách, s. PAULER, A. m. nem. tört. Szt. Istvánig 112, 194; KARÁCSONYI J., A. m. nemzetségek. II 182-184). In den Denkmälern des XI.-XIV. Jahrhunderts heißt das Geschlecht Paznan (s. Chron. P. V.: Cosma de genere Paznan, lebte in der ersten Hälfte des XII. Jahrhunderts) | Huntpazman (in den Urkunden aus den Jahren 1318, 1322, s. Karácsonyi a. a. 0.) | Huntpaznan (in mehreren Urkunden, ibidem) | Huntpazılan (in einer Urkunde von 1287: Pazdan de genere Hunthpazdan, s. Kovács, Ind.) | Huntpazlan (in einer Urkunde von 1322, s. KARÁCSONYI a. a. O.).

Unsere Historiker stimmen darin überein, daß die zwei Brüder: Hunt und Pazman zur Zeit des Fürsten Géza (971--997) eingewandert sind; auch darin stimmen sie so ziemlich überein, woher die zwei Brüder-Ritter kamen. Mit Ausnahme eines Historikers, namens Joh. KARÁCSONYI, halten sie sie für einrewanderte Deutsche. Bloß Joh. KARÁCSONYI hält sie für aus Italien eingewanderte Ritter, und ihre Namen scheinen ihm „eher italienisch“, als deutsch zu sein.

Beide Personennamen, sowohl Pazman-Paznan, wie Hunt

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Chunt waren auch später nach dem Tode der Brüder sowohl innerhalb des Geschlechtes Huntpázmány, wie auch bei anderen Ungarn als Personennamen in Verwendung der letzte Beleg für den Personennamen Pazman stammt aus dem Jahre 1408, s. KARÁCSONYI a. a. C.). Hier folgen einige der zahlreichen Belege:

1287: Pazdan de genere Hunthpazdan, s. Kovács, Ind. 1290—1301: Paznanus ... Paznanum (acc. s. ÁrpÚO. XII 666) 1293: a terris Paznani ibidem X 120 | 1298: Paznan, filio Vyda ibidem XII 620 1299: Paznanus Paznano (dat. ibidem XII 647) usw.

1220: iudice Hunt comite de Borsua, s. VárR. / 1266: ad terram Hunth comitis, s. ÁrpÚO. VIII 145 | 1266: comitis Hunth de genere Hunt Paznani, ibidem VIII 151 | 1278: ad domum Hunth, prope. fluv. Tornua, ibidem IX 219 usw. Siehe noch KARÁCSONYI, A magyar nemzetségek II 199, 209, 226, 230, 237, wo Männer namens Hunt und Pazman erwähnt sind.

Nun müssen wir wissen, daß im Ungarischen aus a der Stammsilbe in der Sprache des Mittelalters auch o wurde. So wird aus dem altungarischen pagân, Pangrác, Alt, im Mittelalter pogány, Pongrác, Olt. Solche o wurden in vielen Wörtern später wiederum a; vgl. altung. Haram, mittelung. Horom, seit dem XVI. Jahrhundert Harom > Haram | altung. Gran, mittelung. Goron, seit dem XVI. Jahrhundert Garom > Garam. Letzteren Wechsel finden wir auch im Namen Pazman - Paznan, das im Mittelalter auch Po- Anlaut hat. Zum Beweise dieser Tatsache kann auch der Umstand dienen, daß wir Urkunden besitzen, in welchen eine und dieselbe Person einmal Paznan, ein anderes Mal Poznan genannt wird (vgl. die Urkunde von 1220: pristaldo Paznano de genere Zak, s. PSZRT. I 648 - 1220: pristaldo Poznano de genere Zak, s. ibidem I 647). Dementsprechend sind in unseren Urkunden und Denkmälern Pozman ~ Poznan einfache Variationen der älteren Pazman - Paznan, vgl. 1086: Pozman, vicalis cum equo in Bakonybél, s. ÁrpÚO. I 36 | 1105: Ego Forcos, filius Poznan, ein Donator des Stiftes von Garamszentbenedek, s. ibidem VI, 104 | 1224: Poznanus (Name eines geneinen Mannes) VárReg. usw. Solch eine Variation ist auch die latinisierte Form Poznanus in der Stiftungsurkunde von

Pannonhalma (vgl. astantibus ducibus uidelicet Poznano, Cuntio, Orzio, s. PS2BRT I 589). Aus der Form Pozman ~ Poznan wurde dann von neuem Pazman ~ Paznan, wie dies die aus diesem Namen entstandenen Ortsnamen reichlich beweisen.

Wir sahen, daß der Personenname Pazman - Paznan, Hunt - Chunt im Ungarischen im XI.—XV. Jahrhundert ein häufig vorkommender Personenname ist. Es ist kein Wunder, daß von beiden Personennamen auch Ortsnamen entstanden. Eine Eigentümlichkeit der ungarischen Sprache ist, daß der Nominativ des Personennamens gleichfalls als Ortsname gebraucht werden kann. Also hieß jemand Bors, Csanád, Solt, Taksony, Tas usw. nannte man auch dessen Wohnsitz, Besitzung, Dorf oder Burg auf ungarisch Bors > Bars, Csanád, Solt, Taksony, Tas usw. Seibstverständlich konnte man auch in der alten Sprache von Personennamen Kosenamen und Diminutiva bilden. So ist z. B. der Kosename zu Bors Borsod, mit dem Suffix -d, und solch einen Personennamen bewahrt der Name des Komitats Borsod, aus dem früheren Namen der Burg Borsod. Ebenso war es mit dem Personennamen von Hunt ~ Chunt; Pazman ~ Paznan.

Die Burg Hunt ru Chunt existierte unbedingt schon zu Beginn des XI. Jahrhunderts, also zu König Stephans Zeit, weil damals auch schon das Komitat Hont existierte (s. PAULER, A m. nemz, tört. I 2 403). Die Burg stand an der Stelle des heutigen kleinen Dorfes, benannt Hont, unweit des Flusses Eipel = Ipoly. Ihre Bewohner waren immer und sind auch heute Kernungarn. Die Burg, der Ort hieß Chunt ~ Hunt (vgl. 1156: in parrochia Chunt, Germanus chuntiensis comes, s. KNAUZ I 108 | 1232: de Chunt, s. PSZBRT I 712 | 1237: ad castrum Hunth, s. Krauz a. a. O.), von der Mitte des XIV. Jahrhunderts mit o Hont. Im Ungarischen entwickelte sich nämlich das u der Stammsilbe seit der Mitte des XIV. Jahrhunderts zu o, daher Chunt Hunt > Hont.

Der Name Pázmány war als Personenname häufiger gebraucht im XI.—XV. Jahrhundert. Deshalb entstanden von ihm melir Ortsnamen als von Chunt Hunt. Hierher gehörende Ortsnamen sind: Pázmány, Meierhof in Kom. Békés | Pázmánd (1. Dorf in Kom. Fejér; 2. Meierhof in Kom. Fejér; 3. Dorf in

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