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donien gesetzt ist, so müssen Skopje und Kumanovo in Nordmazedonien sein.

„Le vocabulaire des parlers de la Macédoine sud-occidentale" soll nach MAZON „assez notablement différent“ sein ,de celui des langues slaves littéraires du Sud, et en particulier, malgré l'influence récente de l'école, de celui du bulgare littéraire« (S. 56). In Wirklichkeit handelt es sich wieder um ganz gewöhnliche lexikalische Unterschiede, welche selbst im geringsten Dialektgebiet zu beobachten sind. Viele der vom VERF. angeführten lexikalischen Eigentümlichkeiten sind vielen bulgarischen Mundarten bekannt, so z. B. sakam ich will', das mit iskam nichts zu tun und in sočiti, čech. sousok ,Nebenbuhler u. a. seine Entsprechungen in anderen Slavinen bat, gospo(t). Was arno < charno, aren < charen „gut“ anbelangt, so ist es wieder der bulgarischen Schriftsprache längst bekannt, so z. B. bei Vazov, Pol'a i yori. Das Gogolsche Добрые были казаки wird bulg. харни казаци бѣха, s. schon Duvernois, Словарь болг. языка 2472. F.st alle griechischen und türkischen Fremdwörter, die Mazon anführt, sind ebenso den übrigen bulgarischen Dialekten bekannt, ja viele dieser Fremdwörter (sinor, ela, diploma, tefter, duman, kadija usw. gehören wieder längst der bulgarischen Literatursprache an und sind bei Penco Slavejkov, Vazov a. a. oft zu treffen.

Man ersieht nicht, wie die Derivation ,s'est développée de manière assez indépendante“, wenn das „par le moyen de suffixes bien connus par ailleurs“ geschehen sein soll und wenn die meisten vom VERF. ausgewählten Beispiele ebenso gut in den übrigen Mundarten und in der Schriftsprache gebraucht werden, z. B. golemec ,officier, personage', semka grain', vrapci ,des oiseaux' u. a. kurios ist, daß darunter auch: mesečína ,la lune (comme en serbe)" steht. Buly. miceunna hat nicht nur ,comme en serbe" die Bedeutung fulgor lunae' und ,menstruum“, sondern auch bloß ,luna' und noch andere drei Bedeutungen, die man bei Gerov, Rěčniko na blog. jaz. III 102 unter ubcnyuna zu suchen hat. Hier ist dem verehrten VERF. augenscheinlich ein Irrtuin passiert, dessen Grund wohl in Gerov's archaisierender und falschetymologisierender Orthographie steckt. Südwestmaz. mesečina ,la lune' ist eben ,comme en bulgare“, wo mesečina ,Mond ist, und nicht , comme en serbe“, wo mesečina ,Mondhelle, Mondlicht, Monatliches bedeutet, s. VUK KARADŽIĆ's Srpski rječnik ? 361, Gj. Popović Rečnik srpskoga i nemačkoga jezika II Srpsko-nemački deo (Pančevo 1895) S. 176. Was plački anbelangt, so ist es wahr, daß dieses Wort in Südwestmazedonien ,vêtements, effets bedeutet, während sonst im Bul. garischen placka ,Beute, Tropbäe' ist. In semasiologischer Hinsicht stellt bulg. placka ,Beute' ,Kleid' eine schöne Parallele vor zu franz. robe ,Kleid, Rock“, dérober ,entziehen, stellen', it. roba „Rock, Kleid'; rúba ,Raubʻ, rubare ,rauben', nhd. Raub, rauben und seinen Verwandten ags. réaf Raub, Beute as. róf, ndl. roof usw., s. KLUGE Et. Wb.9 362. Für die reichhaltigen Texte und deren Übersetzung (S. 60 bis 149), sowie für die folkloristischen Anmerkungen zu den Märchen, Legenden, Anekdoten usw. (S. 150—222) muß man MAZON großen Dank wissen. Insbesondere ist die außerordentliche Genauigkeit der Übersetzung der volkstümlichen Redeweise mit manchem starken Wort und Schimpf hervorzuheben.

Eine dankenswerte Arbeit wäre es, zu den von Mazon in den linguistischen Studien und sonst nicht besprochenen kleineren Eigentümlichkeiten der Sprache manche nachträgliche Bemerkung zu schreiben. Jetzt begnüge ich mich hier zu sagen, daß in Na tóa vréme Góspo mu vrnéše brášno“ (S. 68) das Verbum vrnéše nicht procurait', sondern regnete, als Regen fallen ließ bedeutet; s. Bpühe bei Gerov Rečniku I 160 mit russischer Übersetzung „MËTD AORAD". Zu S. 136 bis 137 wäre hinzuzufügen, daß der türkische Schimpf bezevenk ge. wöhnlich pezevenk ausgesprochen wird. Höchst interessant ist, daß während die '2. Pers. Sg. Praes. von imam regelrecht imaš lautet, in demselben Text, in derselben Zeile gleich darauf die dissimilierte Form der 1. Pers. Sg. ijam kommt. Eine Parallele dazu baben wir in der ostbulg. Mundart von Kazanlık, wo gegenüber imo ,es gibt dissimiliert hár es gibt nicht aus nama steht, ebenso imgmi ,wir haben', aber naomi < amame, s. C6HV. XVI-XVII, II S. 298299. Sofia

St. MLADENOV

V. LIBMONSKIJ Байрон и Пушкин. Из истории романтической

000MLI. Petersburg 1924, 322 + 2 Seiten, 80.

Von dem Einfluß Byrons auf die russischen Dichter zu Anfang des 19. Jahrh. ist fast in jedem russischen Lehrbuch der russischen Literaturgeschichte die Rede; worin aber dieser Einfluß bestand, welcher künstlerische Wert ihm zukommt, und welche Rolle er in der schöpferiscben Tätigkeit Puškins, der ihm zeitgenössischen, weniger bedeutenden Dichter, sowie der nachfolgenden Generation spielte - ist eine Frage, die bisher nur „ganz aligemein“ und „annähernd" gelöst worden ist. Von den Gelehrten, die sie anschnitten, wurde ein literarisches Problem wohl vom sozialen, kulturellen, psychologischen, nicht aber vom rein literarhistorischen Standpunkt aus behandelt. Zu einer rein literarhistorischen Behandlung gehört aber, daß das Problem nicht auf Grund allgemeiner Erörterungen und durch Heranziehung historischer Parallelen gelöst werde, sondern durch eingehendes Studium des überlieferten literarischen Materials vom Standpunkt einer formalen Untersuchung der Stilmittel eines Dichters. Diese fühlbare Lücke beseitigt das vorliegende Buch von ŽIRMUNSKIJ. Im ersten Teil behandelt der VERF. eingehend die Byron und Puškin, der im großen englischen Dichter sowohl den Künstler als auch den Menschen verehrte, gemeinsamen Übereinstimmungen in Aufbau, Handlung und Stilmitteln. Der zweite Teil enthält eine detaillierte Darstellung des von Puškin dem Byronisten in den Jabren 1820—1840 ausgeübten Einflusses auf die Massenproduktion der untergeordneten Dichter. Dieser Einfluß war nicht nur in ideeller, sondern hauptsächlich in künstlerischer Hinsicht bedeutungsvoll. Dabei wird auch eine Reihe methodologischer Fragen, die sich bei der Anwendung der neuen Forschungsmethode auf literarhistorische Untersuchungen ergeben, vom VERF. gelegentlich aufgeworfen oder gelöst. Die Grundthesen des Buches lauten in ŽIRMUNSKIJ'S eigener Formulierung: ,unter ,literarischem Einfluß' hat man die traditionellen Literaturmittel in Komposition, Thematik, Stilistik und Metrik eines Kunstwerkes, desgleichen die darin angewandten allgemeinen künstlerischen Stilmittel zu verstehen. Wird ein Thema entlehnt, so tritt gewöhnlich auch eine Nachahmung der kompositionellen Funktion ein. Dabei ist eine Literaturgattung eine historisch bedingte Art der Verbindung inhaltlicher und kompositioneller Elemente, die mitunter stereotype Merkmale des Wortstiles hervorruft. Die Geschichte der Literaturgattungen darf sich aber nicht nur auf die einzelnen hervorragenden Persönlichkeiten beschränken, sie hat vielmehr die Tradition in der Massenliteratur, die sich um die einzelnen Persönlichkeiten gruppiert, zu beschreiben und zu klassifizieren.“ Das sind die allgemeinen methodischen Voraussetzungen, die vieles am Buche von ŽIRMUNSKIJ erklären. Die Resultate seiner Untersuchung faßt der VERF. mit folgenden Worten zusammen: „Die südlicien Dichtungen Puškins sind unter dem Einfluß der lyrischen Dichtungen Byrons entstanden, hauptsächlich der sog. „östlichen', die Puškin als Vorlage für eine neue Literaturgattung dienten. Dieser Einfluß zeigt sich: 1. in der Wahl einer novellistischen Handlung, in deren Mittelpunkt die Persönlichkeit des Helden steht; 2. in den Kompositionsmitteln der Sprunghaftigkeit, der Gehobenbeit, der Beschränkung auf Andeutungen, der Anwendung einer beschreibenden Ouvertüre, sowie von Einleitungen zu den einzelnen Szenen, dem unmittelbar in die HandIung einführenden Anfang, endlich dem dramatischen Element und der Einflechtung von Liedern; 3. in der lyrischen Erzüblungsweise, die teil. weise schon durch die selbständige Entwicklung der sentimental-romantischen Dichtung in Rußland vorbereitet war; 4. auf stofflichem Gebiet in der Wahl eines exotischen Milieus, der romantischen Fabel, der Schilderung des Äußern und des Charakters von Held und Heldin, desgleichen auch in den einzelnen entlehnten Motiven. Der Einfluß von Byron auf Puškin ist mit einer Auflebnung Puškins gegen Byron verbunden: 1. im Aufbau der romantischen Dichtung beseitigt Puškin den allesbeherrschenden Helden und die lyrische Zentralisation der Handlung, teilt der Heldin eine selbständige Rolle zu, führt epische Erzählungen ein, durch welche die Höhepunkte der Handlung vereinigt werden, erweitert das schildernde Element; 2. der plastischausdrucksvolle und logisch-gegliederte Stil Puškins wurzelt in den

klassizistischen Traditionen des 18. Jahrb. und steht im Gegensatz zum romantischen Stil von Byron, der gefühlsmäßige Ausdrucksweise und deklamatorisch-lyrisches Pathos anstrebt. Dieser Kampf gegen Byron und das Suchen nach einer neuen epischen Form hat einen besonders starken Niederschlag in der Mojtaba gefunden. In seinen süd. lichen Dichtungen“ steht Puškin nicht unter dem Einfluß von Chateaubriand. In der russischen literarischen Tradition von Puškin gab es nur unbedeutende Ansätze von lyrisch-gefärbten Erzählungen, die jedoch in den „südlichen Dichtungen“, durch eine neue, unter dem Einfluß von Byron entstandene Literaturgattung ersetzt wurden. Die russische Literaturkritik der 20er Jahre des 19. Jahrh. bezeugt den Einfluß Byrons auf Puškin und sieht ibn hauptsächlich in der Aneignung der romantischen Stilgattung; die Fragen der Poetik nchmen in diesen Äußerungen eine zentrale Stellung ein. Die russische romantische Dichtung nach Puškin ist weniger stark durch Byron selbst beeinflußt als durch seine russischen Fortsetzer die „südlichen Dichtungen" Puškins, den ,Yephen' von Kozlov, dem ,WIWJBOHCKU: y3Enk' von Zukovskij (vgl. die Motive der Gefangenen, der Haremstragödien, der Familiendramen mit blutigem Ausgang, der Räuber u. a. m.). Das sind die positiven Resultate Z.'s in seiner eignen Formulierung, tatsächlich bietet er jedoch mehr und Wichtigeres, wenn man die ganze Darstellung in Betracht zieht.

Es ist mir eine besondere Freude das Buch von Ž. anzuzeigen, wenn es mir auch in einer gewissen Beziehung schwer fällt: denn vieles, was ich in methodologischer Hinsicht dazu zu sagen hätte, ist in bedeutendem Maße „pro domo mea“. Viele Auseinandersetzungen des Buches über die Bedeutung der untergeordneten Dichter und der literarischen Massenproduktion für die Literaturgeschichte, über Einfluß" und , Entlehnung", über die Bedeutung und die Grenzen bio. graphischer Untersuchungen, über objektives Leben von Kunstwerken, über Bedeutung der philologischen und vergleichenden Methode, be. rühren sich so stark mit mehrfachen Äußerungen von mir (vgl. meine Лекции по методологии истории русской литературы 1914, Краткий очерк методологии истории литературы 1922), dal ich mich bei der Lektüre öfters mit dem VERF. identifizieren mußte und es bedauerte, ihn nicht zu meinen unmittelbaren Schülern rechnen zu können. Es versteht sich daher von selbst, daß mein Urteil über den wissenschaftlichen Wert des Buches teils subjektiv ist, um so mehr, als ich an vielen Stellen mir verwandte Gedanken weiter entwickelt, vertieft, besser formuliert und, worauf ich einen besonderen Wert lege, gestützt durch neue Tatsachen und Kombinationen vorfand.

Im weiteren will ich auf einige Punkte des neuen Buches über die russische byronistische Dichtung eingehen. Der VERF. beherrscht ganz ausgezeichnet das Material und bat, obgleich die russische Literatur geschichte nicht sein Spezialgebiet ist, Resultate erzielt, wie sie bisher kein einziger der heute so zahlreichen Puškinforscher aufweisen kann. Er machte sich an die Lösung dieses rein literarhistorischen Problems, obne, wie es auf diesem Gebiet sonst gewöhnlich der Fall ist, sich in biographische und bibliographische Einzelheiten zu verlieren. Der Einfluß Byrons auf den jungen Puškin ist ein Schlagwort der Lehrbücher, gleich demjenigen, daß ,Puškin Byron überwunden habe". Worin aber das Wesentliche dieses Einflusses und seiner Überwindung bestand, war bisher unbekannt geblieben. Alle, die hierüber gehandelt, interessierten sich ausschließlich für die kulturhistorische und sozialpsychologische Seite dieses Problems und stützten sich dabei auf zufällige, mitunter auch willkürlich herangezogene biographische Daten und textliche Parallelen. Žirmunskij hat nun diese Frage dichterischem Raten entrissen und sie auf Grund von Tatsachen behandelt. Mit Übergehung der biographischen Einzelheiten und sozialpsychologischen Allusionen, vergleicht er den Künstler Byron mit dem Künstler Puškin hinsichtlich der von ihnen angewandten dichterischen Technik und gibt darauf ein klares Bild davon, wie die von Puškin, dem Byronisten, erstmalig in der russischen Dichtung angewandten Stil- und Ausdrucksmittel in die Massenproduktion der weniger bedeutenden russischen Dichter eingedrungen sind. Dabei vergleicht Ž. nicht willkürlich herausgegriffene Episoden der Dichtung, sondern unterzieht die Stilmittel Byrons und Puškins einer methodischen Erforschung, untersucht und vergleicht das System, nach dem die einzelnen Stilmittel von den beiden Dichtern angewandt werden. Das gleiche Prinzip finden wir im 2. Teil des Buches, das über die Einwirkungen der Dichtungen Puškins auf die Dlassenproduktion weniger bedeutender und in Vergessenheit geratener Dichter handelt. Eine solche vergleichende Methode schließt die Mög. lichkeit zufälliger Folgerungen aus und liefert verläßliche Resultate.

Das von Ž. herangezogene Material ist überaus groß. Außer den bekannten Dichtungen von Podolinskij, Kozlov, Baratynskij, führt er dem Leser über 200 Dichtungen im neuen byronistischen Stil vor, darunter an 120 in Vergessenheit geratene. Sie alle waren von dem russischen Literarhistorikern gründlich übersehen worden. Wahrscheinlich ließe sich dieses Verzeichnis, das groß genug ist, um eine Vorstellung vom Umfang der Massenproduktion zu geben, noch ergänzen, aber wohl kaum werden diese Ergänzungen sebr zahlreich sein. Da aber der VERF. eine erschöpfende Registrierung des gesamten Materials für besonders wichtig hält (vgl. S. 9), gestatte ich mir, ihn auf einige ihm entgangene Dichtungen aufmerksam zu machen. So hat außer PETR Romanovič, der 1832 seine CruxotBopeuna in Kazan' veröffentlichte, ein VASILIJ Romanovič im gleichen Jahre Gedichte unter dem. selben Titel in Petersburg herausgegeben. Hier findet sich die „,04aJUCKA“, worin eine Reihe von Haremmotiven wiedergegeben wird; man beachte auch einige Stellen aus dem Aðumé, namentlich das Gelage der „Prophetensöhne“ (На пышных шелковых коврах, | в беспечной праздности Востока | Сидят поклонники пророка | С угрюмой

в чертах .); ferner das ethnographische Element in

важностью

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